Steven P. (l.) und Tomas H. vor dem Landgericht.

Steven P. (l.) und Tomas H. (hier beim Prozessauftakt vor dem Hamburger Landgericht) wurden am Freitag wegen Kokainschmuggels zu Gefängnisstrafen verurteilt. Foto: Medina Naim

Sie flogen auf, weil sie zweimal fahren mussten: Kokain-Dealer verurteilt

Ein Missverständnis brachte zwei Kokain-Dealer zu Fall: Weil Steven P. (37) und Tomas H. (22) beim ersten Mal nicht die ganze Menge Kokain vom Schiff geholt hatten, mussten sie ein zweites Mal fahren. Doch auf der Rückfahrt vom Hafengelände wurden sie von Hafenmitarbeitern gestoppt. Am Freitag wurden die Männer (37 und 22 Jahre) vor dem Hamburger Landgericht verurteilt.

Wegen Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und Beihilfe zur Einfuhr und Besitz müssen Steven P. (37) und Tomas H. (22) fünfeinhalb Jahre hinter Gitter. Damit blieb das Gericht unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß, die für den Älteren eine Haftstrafe von sieben Jahren und für den Jüngeren eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren gefordert hatte. Sein Verteidiger hatte eine Gefängnisstrafe von unter fünf Jahren beantragt. Bei seinem Urteil berücksichtigte das Gericht den Umstand, dass beide Angeklagte aus einer finanziellen Notlage heraus handelten und ein umfassendes Geständnis ablegten. Als strafschärfend wertete die Kammer jedoch vor allem die Menge an Betäubungsmitteln sowie den Umstand, dass beide Angeklagten mit ihrer Tat in die Strukturen der organisierten Kriminalität eingebunden gewesen sein sollen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Kokain geschmuggelt – Urteil da

Die beiden Männer waren am 13. September 2025 zum Hafen gefahren. Dort sollten sie 940 Kilogramm Kokain von der eingelaufenen „Grande Argentina“ abholen. Verkleidet mit hafentypischer Arbeitskleidung und einem gemieteten Ford Transit fuhren die Männer auf das Containerterminal O’Swaldkai an der Dessauer Straße und von dort über eine Rampe auf Deck 6 des im Hafen liegenden Frachtschiffes. Dort lagerten die Drogen in einem Hohlraum. Zutritt zum Gelände verschafften sich die beiden mittels gültiger Einlasskarten.


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Zunächst verstauten Mitglieder der Schiffsbesatzung die Hälfte der Drogen – 468 Kokainblöcke – in die mitgebrachten Reisetaschen. Um 11.12 Uhr fuhren die beiden Männer damit vom Gelände zur Möllner Landstraße, wo die Drogen von Unbekannten in Empfang genommen wurden. Aufgrund eines Missverständnisses gingen die beiden Männer davon aus, dass es sich dabei um die gesamte Menge gehandelt habe. Als sie von ihren Komplizen telefonisch darüber informiert wurden, dass sie noch weiteres Kokain abzuholen haben, kehrten sie zum Hafen zurück. Doch das machte einige Hafenmitarbeiter misstrauisch, die zufällig anwesende Zollbeamte über das Duo informierten. Als der Ford Transit das Gelände erneut verlassen wollte, wurde er gestoppt. Im Laderaum: 472 Kokainblöcke mit einem Gewicht von über 400 Kilogramm.

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Während bei Tomas H. direkt die Handschellen klickten, trat Steven P., der den Wagen gesteuert haben soll, die Flucht an. Er versteckte sich unter einem Fahrzeug – wurde aber kurz darauf ebenfalls festgenommen.

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