Millionenbetrug bei Sicherheitsfirma – Unternehmer vor Gericht
Tausende Sicherheitskräfte, ein Geflecht aus Scheinfirmen und ein Millionenbetrug: Ein Geschäftsführer (40) steht wegen massiven Sozialbetrugs vor Gericht. Er soll jahrelang Beiträge zur Sozialversicherung veruntreut haben. Schaden: vermutlich acht Millionen Euro.
Neben dem Mann sind auch vier weitere mutmaßliche Komplizen (35 bis 40 Jahre) angeklagt, darunter auch eine Frau (40). Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft ihnen Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt im besonders schweren Fall in insgesamt 126 Fällen vor – ein Millionenbetrug
Konkret sollen sich die Angeklagten zusammengeschlossen und unter der Leitung des 40-Jährigen ein Geflecht aus mehreren angeblichen Subunternehmen („Servicefirmen“) aufgebaut haben, um die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen in Millionenhöhe durch seine GmbH zu umgehen.

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Zwischen 2017 und 2022 soll die Firma des Angeklagten mehr 3.200 Sicherheitskräfte eingesetzt haben – unter anderem in Hamburg, Kiel und Berlin. Die vermeintlichen Subunternehmer stellten dafür sogenannte „Abdeckrechnungen“ an seine GmbH und erweckten damit den Eindruck, als hätten deren Mitarbeiter die Sicherheitsdienste erbracht. Tatsächlich sollen diese Scheinrechnungen jedoch nur dazu gedient haben, die Zuordnung der eingesetzten Sicherheitskräfte zur GmbH und deren Sozialversicherungspflicht zu verschleiern.
Millionenbetrug: Geschäftsführer und Komplizen vor Gericht
So funktionierte der Millionenbetrug: Das Geld floss zunächst auf die Konten der Subfirmen, wurde dort aber wieder abgehoben und dann bar an die Sicherheitskräfte ausgezahlt.
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Während die mitangeklagten Männer als formelle Geschäftsführer der Subfirmen fungiert haben sollen, soll die angeklagte Frau das System als Prokuristin mit aufgebaut und am Laufen gehalten haben. Ermittler sicherten bei ihrem Chef Vermögenswerte von rund 3,6 Millionen Euro. Insgesamt soll sich der durch den Sozialbetrug entstandene Schaden auf rund 8,44 Millionen Euro belaufen. Am Montag beginnt der Prozess gegen die fünf Angeklagten vor dem Hamburger Landgericht.
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