Mann (36) prügelt auf schwangere Freundin ein – sie verliert das Baby
Ein Mann soll vor drei Jahren seine damalige schwangere Freundin brutal verprügelt haben. Am Ende erlitt sie eine Fehlgeburt. Jetzt steht der mutmaßliche Frauenschläger vor Gericht.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft dem 36-Jährigen gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit versuchtem Schwangerschaftsabbruch vor.
Im August soll der Mann seine schwangere damalige Freundin in einer Wohnung in Billstedt brutal attackiert haben. Auslöser war demnach ein T-Shirt, das ihrem Ex-Freund gehörte. Der Mann hatte von ihr verlangt, dass sie es auszieht, doch sie weigerte sich. Daraufhin soll er ihr zunächst mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und ihr anschließend das T-Shirt mit einer Schere vom Körper geschnitten haben.
Gewalt gegen Schwangere: Das sind die Vorwürfe
Danach soll er ihr mit der Faust in den Bauch geschlagen haben. Die Frau erlitt dabei laut Anklage Unterleibsschmerzen und Hämatome. Zwei Wochen später stellte ein Arzt eine Fehlgeburt fest – wobei diese nicht nachweislich auf die Gewalteinwirkung zurückgeführt werden kann.
Auch in den folgenden Wochen soll es zu weiteren Übergriffen gekommen sein. So soll der Mann im August und September 2022 ihr in ihrer Wohnung ins Gesicht geschlagen und sie geschubst haben. Daraufhin fiel die Frau auf ihr Gesicht, wodurch die Lippe aufplatzte und sie ein blaues Auge erlitt. An einem anderen Tag soll er die Frau so heftig in den Rücken getreten und den Hals so stark gedrückt haben, dass sie kurzzeitig keine Luft bekam.
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Am Mittwoch muss er sich vor dem Amtsgericht St. Georg verantworten.
Immer wieder kommt es zu Gewalt von Männern gegen Frauen. In Hamburg wurden allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 1096 Fälle von Gewalt in Beziehungen erfasst. In mehr als 500 Fällen ordnete die Polizei an, dass sich die Täter ihren Opfern nicht mehr nähern dürfen. Deutschlandweit wurden im Jahr 2023 rund 168.000 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt – knapp 80 Prozent davon waren Frauen. Insgesamt wurden 938 Frauen und Mädchen als Opfer von (versuchten und vollendeten) Femiziden polizeilich erfasst. 360 Frauen wurden getötet.
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