Prozess gegen „Letzte Verteidigungswelle“ – Demonstranten vor Hamburger Landgericht
Sie sind jung, radikal und laut Anklage Terroristen. Sieben mutmaßliche Mitglieder und ein mutmaßlicher Unterstützer der rechtsextremen „Letzten Verteidigungswelle“ stehen seit Donnerstag in Hamburg vor Gericht. Vor dem Gebäude warteten bereits Demonstranten.
Vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts hat am Vormittag der Prozess gegen sieben mutmaßliche Mitglieder beziehungsweise einen Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ begonnen. Der Auftakt verzögerte sich um gut eine halbe Stunde, da die strengen Sicherheitskontrollen am Eingang des Gerichtsgebäudes viel Zeit in Anspruch nahmen.
„Letzte Verteidigungswelle“: Prozessauftakt in Hamburg
Die bei ihrer Festnahme teils noch minderjährigen Angeklagten müssen sich unter anderem wegen versuchten Mordes, Verabredung zum Mord und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Verhandelt wird nach Jugendgerichtsgesetz.
Laut Anklage hat die Gruppe Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen verübt und geplant. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft verstanden sich die Mitglieder als letzte Instanz zur Verteidigung der „Deutschen Nation“.
Antifa demonstriert vor dem Landgericht gegen rechten Terror
Vor dem Gerichtssaal demonstrierten Mitglieder der Antifa. Auf einem Banner stand: „Den rechten Terror stoppen. Das Problem heißt Rassismus“. Auf Nachfrage der MOPO teilte die Polizei mit, die Veranstaltung sei von einer Privatperson mit 20 Teilnehmern angemeldet worden, tatsächlich erschienen seien deutlich weniger. Bisher lief die Demonstration wohl ruhig ab. Einige der Teilnehmer seien zu Beginn des Prozesses um 11 Uhr mit in den Zuhörerraum gegangen.
Fünf Angeklagte – ein mittlerweile 15-Jähriger, drei 16- und ein 19-Jähriger – waren nach großangelegten Razzien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen im Mai vergangenen Jahres festgenommen worden. Ein weiterer heute 19 sowie ein 21 und ein 22 Jahre alter Angeklagter saßen da schon in Untersuchungshaft. Durchsuchungen hatte es zuvor schon in Sachsen und Thüringen gegeben.
Angeklagter hält sein Gesicht mit Schnellhefter inklusive politischer Botschaft versteckt
Auf dem Schnellhefter eines 19-Jährigen, der wie die übrigen Angeklagten vor Beginn des Prozesses sein Gesicht vor den Kameras verbarg, waren die Worte „Drecksstaat“ und „ACAB“ (all cops are bastards) zu lesen.
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Bis auf den 15-Jährigen, gegen den der Haftbefehl zwischenzeitlich aufgehoben worden war, befinden sich alle Angeklagten noch in Untersuchungshaft. (dpa/esk)
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