Gericht
Neunjähriger wird an Haltestelle von Bus überfahren – Fahrer (71) vor Gericht
Vor zwei Jahren wurde ein Neunjähriger an einer Haltestelle in Neuallermöhe von einem Bus überrollt. Nun steht der Fahrer vor Gericht.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft dem 71-Jährigen fahrlässige Tötung vor. Am 16. Februar 2024 steuerte er laut Anklage gegen 15.30 Uhr die von Kindern stark frequentierte Haltestelle Marie-Henning-Weg in Neuallermöhe an.
Dabei soll er die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 km/h leicht überschritten und seine Sorgfaltspflichten verletzt haben. Besonders im Umfeld von Kindern gelte erhöhte Vorsicht.
Ein neunjähriger Junge, der laut Anklage mit seinem Handy beschäftigt war, soll sich dem Bus genähert haben, ohne aufzuschauen. Aus bislang ungeklärten Gründen sei er dann im Bereich der Haltestelle nach vorn gestürzt und zwischen Bus und Bordstein geraten. Der Bus der Linie 12 soll den Jungen erfasst und überrollt haben.
Kind überrollt: Busfahrer ab Mittwoch vor Gericht
Rettungskräfte kämpften noch um das Leben des Kindes, am Ende aber vergebens. Der Neunjährige starb an der Unfallstelle. Augenzeugen der Tragödie standen unter Schock und wurden ärztlich behandelt, darunter eine Sanitäterin. Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreute zudem den Fahrer sowie Businsassen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Fahrer vor, nicht ausreichend gebremst und den Jungen nicht durch Warnsignale auf die Gefahr aufmerksam gemacht zu haben. Ab Mittwoch muss er sich vor dem Amtsgericht Bergedorf verantworten.
Sie sind bereits M+ Abonnement?