Christina Block mit ihrem Anwalt Ingo Bott.

Christina Block mit ihrem Anwalt Ingo Bott. Foto: Christian Charisius/dpa

Neue Details im Block-Prozess: Videoaufnahmen setzen Unternehmerin unter Druck

Christina Block muss sich derzeit wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder vor Gericht verantworten. Die Hamburger Unternehmerin bestreitet, etwas damit zu tun zu haben. Neue Ermittlungen sollen nun jedoch die Aussage zweier wichtiger Belastungszeugen untermauern: Es geht um das mutmaßliche Treffen zwischen Christina Block und den israelischen Entführern am 28. Dezember 2023 im Grand Elysée, drei Tage vor der Tat.

Kronzeuge David Barkay, Kopf der Entführerbande, hatte vor Gericht ausgesagt, Block habe dem Team dafür gedankt, dass es gekommen sei, um die Kinder zu retten. Block bestritt dies im Prozess und erklärte, sie habe erst im Nachhinein von der Entführung erfahren.

Block-Prozess: Videoaufnahmen aufgetaucht

Doch nun haben die Ermittler das Hotelgeschehen an jenem Tag noch einmal genauer unter die Lupe genommen, speziell die Wege Christina Blocks. Das berichtet der „Spiegel“. Laut einem Vermerk zeigen Aufnahmen der Überwachungskameras, wie Christina Block das Grand Elysée an diesem Tag um 16.20 Uhr betritt, es knapp drei Minuten später wieder verlässt und um 16.23 Uhr mit einer weißen Tüte in der Hand zurückkehrt. Knapp 16 Minuten später verlässt sie das Hotel erneut – ohne die Tüte, heißt es in dem Bericht.


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Sowohl David Barkay als auch seine enge Mitarbeiterin Keren Tennenbaum alias „Olga“ haben im Verfahren ausgesagt, Christina Block habe den Beteiligten eine Tüte mit persönlichen Gegenständen der Kinder übergeben. Darin sollen sich unter anderem ein Pullover der Mutter, ein Teddybär und eine Decke befunden haben – um die Kinder nach dem ersten Schrecken zu beruhigen. Der Junge und das Mädchen sollten dadurch erfahren, dass die fremden Männer sie zu ihrer Mutter bringen.

Entführungsvorwürfe gegen Christina Block: Neue Beweise belasten Verteidigung

Nach erneuter Auswertung der Videosequenzen passt der zeitliche Ablauf zu den Aussagen der beiden Zeugen. Zudem wird darauf verwiesen, dass der betreffende Besprechungsraum am 28. Dezember ausschließlich von Christina Block gebucht worden sein soll. Für andere Treffen der Gruppe soll dies Keren Tennenbaum übernommen haben.

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Die Verteidigung weist sämtliche Vorwürfe zurück. Rechtsanwalt Ingo Bott erklärte dem „Spiegel“, seine Mandantin werde sich zu den im Verfahren eingebrachten Dokumenten äußern. Die Bewertung dieser Unterlagen werde seiner Ansicht nach dazu beitragen, widersprüchliche Aussagen einzuordnen und den tatsächlichen Ablauf zu klären.

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