Wegen des Messerangriffs stand die 30-Jährige (hier mit Mappe vorm Gesicht) seit September vor dem Hamburger Landgericht.

Wegen des Messerangriffs stand die 30-Jährige (hier mit Mappe vorm Gesicht) seit September vor dem Hamburger Landgericht. Foto: Chiara Horn

Der ganze Flur war blutverschmiert: 35-Jährige sticht ihren Verlobten nieder

Im März 2025 hat eine Frau im Streit auf den Vater ihres Babys eingestochen. Der Mann wurde schwer verletzt und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Am Freitag wurde die 30-Jährige wegen des Messerangriffs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung wurde am Freitag vor dem Landgericht Hamburg eine Frau verurteilt. Das Gericht verhängte gegen sie wegen des Messerangriffs auf ihren damaligen Verlobten (35) im März vergangenen Jahres eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. In der Nacht zum 4. März 2025 soll es gegen 22.40 Uhr zwischen dem Paar in seiner Wohnung an der Kieler Straße zu einem heftigen Streit gekommen sein, während das gemeinsame Baby in der Wohnung war. Beide hatten getrunken – ein Alkoholtest ergab bei der Polin fast zwei Promille.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nahm die 30-Jährige irgendwann ein Messer und stach mehrmals in Richtung Oberkörper des Mannes. Eine Nachbarin alarmierte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, lag der Vater ihres Babys am Boden. Eine Polizeibeamtin berichtete im Prozess, dass der Flur völlig blutverschmiert war – genauso wie die Angeklagte, die aufgeregt vor der Tür stand. Sie und ihr Kollege leisteten Erste Hilfe, bis die Rettungskräfte eintrafen.


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Der 35-Jährige erlitt Schnittverletzungen an den Händen und am Unterarm, außerdem eine Wunde am Hals sowie eine fünf Zentimeter tiefe Stichverletzung in der Brust. Ein tiefer Stich verletzte die Lunge. Nur eine Notoperation rettete ihm das Leben.

Frau saß nach dem Messerangriff schwanger in Untersuchungshaft

Die Mutter saß nach der Tat in Untersuchungshaft und war zum Zeitpunkt des ersten Prozesstages am 18. September im sechsten Monat schwanger. Inzwischen ist das Kind auf der Welt. Wer der Vater des Kindes ist, wurde in der Hauptverhandlung nicht erwähnt.

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Nach der Tat wurde auch ein ebenfalls verletzter Mann in Tatortnähe aufgegriffen, der offenbar kurz zuvor aus der Wohnung geflüchtet war. Die Polizei nahm den 38-Jährigen vorläufig fest. Ob er an der Tat beteiligt war und woher die Verletzungen stammten, war unklar. Die Staatsanwaltschaft stellte später trotzdem alle Verfahren gegen ihn ein.

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