Mutmaßlicher Reichsbürger versucht bei Zwangsräumung Polizisten zu erschießen

Zwangsvollstreckung
Polizisten unterstützten eine Gerichtsvollzieherin. Der Einsatz an der Jevenstedter Straße eskalierte.

Mehrere Polizeischüsse fallen in einer Wohngegend in Lurup. Ein älterer Mann geht zu Boden. Er hatte mit einer Waffe auf Polizisten und eine Gerichtsvollzieherin gezielt, nachdem sie sein Haus zwangsräumen wollten. Gut ein halbes Jahr später muss sich der Rentner und mutmaßliche Reichsbürger vor dem Landgericht verantworten.

Es ist ein ungewöhnlich hohes Alter für einen Angeklagten. 74 Jahre alt ist der Mann, der sich ab Dienstag vor dem Landgericht seinem Prozess bezüglich versuchten Mordes stellen muss.

Mutmaßlicher Reichsbürger zieht Waffe

Am 12. Dezember 2025 soll der Angeklagte im Rahmen einer Zwangsräumung seines Hauses in der Jevenstedter Straße eine geladene Schusswaffe auf eine Gerichtsvollzieherin und ihre drei polizeilichen Begleiter gerichtet haben, mit der Intention, sie zu töten.

Doch die Polizei kam ihm zuvor. Einer der Beamten feuerte Schüsse auf den 74-Jährigen ab und verletzte ihn an Arm, Bauch, Schulter und Hals. Notwehr, hieß es damals aus den Reihen der Polizei. Der Fall wurde intern geprüft.

Rost verhinderte, dass der Angeklagte schießen konnte

Jetzt steht der Senior vor dem Landgericht. Laut Staatsanwaltschaft war ihm nicht bewusst, dass seine Waffe aufgrund von Rost nicht einsatzbereit war.

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Bereits im Dezember hatte man einen Zusammenhang zwischen dem Angeklagten und der Reichsbürgerszene vermutet. Aus der Anklage geht hervor, dass der 74-Jährige die Beamten als Repräsentanten einer von ihm nicht anerkannten Staatsgewalt betrachtet habe. Zudem habe er Aussagen getroffen, die den deutschen Staat illegitimieren.

Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstermine angesetzt.