Millionen-Deals mit geklauten Antik- Schätzen aus Ägypten? Duo vor Gericht

Kleopatra-Büsten in einer Ausstellung: In Hamburg startet ein Prozess um mutmaßliche Raubgrabungen in Ägypten. (Archivbild)
Kleopatra-Büsten in einer Ausstellung: In Hamburg startet ein Prozess um mutmaßliche Raubgrabungen in Ägypten. (Archivbild)

Sarkophage, eine Kleopatra-Büste und Millionen-Kaufsummen: Ab Dienstag verhandelt das Landgericht Hamburg einen spektakulären Antikenhandel. Ein Mann und eine Frau sollen als Teil einer internationalen Bande Kunstschätze aus mutmaßlichen Raubgrabungen in Ägypten zu Millionenpreisen an den Louvre in Abu Dhabi verkauft haben.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft dem 58-Jährigen bandenmäßige Hehlerei, Betrug und Verstöße gegen das Kulturschutzgesetz vor. Die 42-jährige Frau muss sich wegen mutmaßlicher Geldwäsche verantworten.

Demnach soll sich der Hauptangeklagte spätestens 2013 mit zwei weiteren Männern zusammengeschlossen haben. Ihr Plan: antike Stücke kaufen, die mutmaßlich aus ägyptischen Raubgrabungen stammen, deren Herkunft verschleiern – und sie anschließend teuer weiterverkaufen.

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Einer der Deals soll sich laut Staatsanwaltschaft im Januar 2013 abgespielt haben, als die Gruppe ein komplettes Grab-Ensemble der ägyptischen Prinzessin Henuttawy erwarb. Dazu gehörten mehrere ineinandergeschachtelte Sarkophage. Die Antiken sollen nach Deutschland gebracht, hier restauriert und anschließend über einen französischen Händler verkauft worden sein – für rund 4,5 Millionen Euro an den Louvre in Abu Dhabi.

Um eine legale Herkunft vorzutäuschen, sollen die Beteiligten laut Anklage eine gefälschte Ausfuhrgenehmigung aus Ägypten genutzt haben.

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Ein weiterer spektakulärer Coup soll laut Anklage im Jahr 2018 stattgefunden haben, als die Gruppe auch eine antike Kleopatra-Büste verkaufte – ebenfalls an das Museum in den Emiraten. Kaufpreis: unglaubliche 35 Millionen Euro.

Auch eine Tutanchamun-Stele soll Teil der Geschäfte gewesen sein. Laut Ermittlern wurde sie 2016 für 8,5 Millionen Euro verkauft. Ein Teil des Geldes landete später auf dem Konto der 42-jährigen Mitangeklagten: Rund 6,3 Millionen Euro sollen ihr Anfang 2017 überwiesen worden sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, das Geld für sich und andere genutzt zu haben – obwohl sie zumindest damit rechnen musste, dass es aus illegalen Antiken-Geschäften stammt.

Geschäfte mit geklauten Antik-Schätzen aus Ägypten – Prozessbeginn

Verantwortlich für den Deal soll ein Hamburger Antikenhändler gewesen sein, dem angeblich auch die Kleopatra-Büste gehörte. Seine Galerieräume in Harvestehude wurden 2020 von den Behörden durchsucht. Im September 2023 wurde der 85-Jährige festgenommen und zunächst nach Frankreich ausgeliefert. Bereits ein Jahr zuvor traf es den Direktor seiner Galerie. Beide Männer müssen sich für den Coup in einem gesonderten Verfahren vor Gericht verantworten. Sie sollen auch in den Fall eines geklauten 3,5 Millionen Euro teuren Goldsarges aus Ägypten verwickelt sein, den das New Yorker Metropolitan Museum 2019 an Ägypten zurückgeben musste.

Nach ägyptischem Antikengesetz ist die Ausfuhr von Antiken generell verboten – für staatliche wie private Funde. Bis 1983 konnten Händler mit staatlichen Lizenzen und Ausfuhrpapieren legal Objekte exportieren. Zahlreiche Museen und Sammler weltweit erwarben so Werke. Im Falle einer illegalen, banden- oder gewerbsmäßigen Einfuhr drohen Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren.

Ab Dienstag beginnt der Prozess gegen zwei der mutmaßlichen Händler vor dem Hamburger Landgericht.