Messerattacke im HVV-Bus: Rollstuhlfahrerin niedergestochen
„Du bist tot!“, soll er der Busfahrerin zugerufen haben. Zuvor griff er zwei Fahrgäste mit einem Messer an und versuchte anschließend, auch auf die Busfahrerin loszugehen. Wegen dieser Vorwürfe steht der 33-Jährige nun vor dem Landgericht. Auslöser für die Tat war ein banaler Vorfall.
Einen weiten, schwarzen Pulli mit großer Kapuze trägt Firas A. beim Prozessauftakt am Freitag. Es wirkt, als wolle er sich darin verstecken. Vielleicht aus Scham – denn die Anklageschrift hat es in sich: Ihm wird schwere Körperverletzung mit einem Messer sowie Bedrohung vorgeworfen.
Ein Opfer der Messerattacke saß im Rollstuhl
Der Vorfall begann banal. Am 12. April 2025 soll der 33-Jährige in einem Bus der Linie 23 in Richtung Billstedt mehrere Personen angehustet haben. An der Haltestelle „Schiffbeker Höhe“ am Schiffbeker Weg wies die Busfahrerin ihn daher an, das Fahrzeug zu verlassen. Als der Angeklagte sich weigerte, eskalierte die Situation. Zwei Fahrgäste sollen ihn aus dem Bus geschubst haben. Daraufhin soll Firas A. ein Messer mit einer Klingenlänge von 15 Zentimetern gezückt haben.
Laut Anklage stach er auf zwei Personen ein, die anschließend schwer verletzt im Krankenhaus behandelt werden mussten, darunter eine Rollstuhlfahrerin. Dann soll er versucht haben, in die Fahrerkabine zu gelangen, um die Busfahrerin anzugreifen – doch sie schloss schnell die Tür. Nachdem sein Versuch gescheitert war, soll er sie mit den Worten „Du bist tot!“ bedroht haben.
Langer Prozess steht bevor
Zum Prozessauftakt wurde nur die Anklage verlesen. Dem Gericht steht ein langer Prozess bevor, in dem viele Fragen geklärt werden müssen. Unter anderem wird der gesundheitliche Zustand des Angeklagten geklärt. Er soll bereits mehrfach polizeilich aufgefallen sein.
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Bislang sind für den Prozess zwölf weitere Verhandlungstage geplant. Der nächste Termin ist der 28. Oktober. Bei diesem bekommt der Angeklagte die Möglichkeit, ausführlich zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen.