Mann wegen Zigarette ins Koma geprügelt: Ex-Kampfsportler vor Gericht
Ein 31-jähriger ehemaliger Kampfsportler muss sich wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht verantworten. Mehrfach soll er in der Vergangenheit mit anderen Männern in Streit geraten sein und zugeschlagen haben. Einer davon liegt seit einer Auseinandersetzung mit ihm vor einem Lokal auf St. Pauli im Koma und ist ein Pflegefall.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft dem 31-Jährigen neben einer schweren und einer gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung auch zwei weitere Körperverletzungen vor. Die Gewaltausbrüche erfolgten demnach in unterschiedlichen Stadtteilen.
Den ersten Angriff soll er am Abend des 7. Dezember 2023 in einem Kampfsportcenter in Bergedorf verübt haben. Laut Anklage schlug er dort einen Mann zunächst mit der flachen Hand ins Gesicht, dann drängte er ihn gemeinsam mit zwei Mittätern zu Boden und schlug und trat auf ihn ein. Das Opfer erlitt unter anderem eine Beule am Hinterkopf.

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Im Oktober 2024 eskalierte es erneut – diesmal wegen eines Streits über eine Parksituation in Harburg. Der Ex-Kampfsportler soll einem Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Dieser erlitt unter anderem eine blutende Wunde unter dem Auge, Sehstörungen und verlor drei Zähne, die zahnmedizinisch behandelt werden mussten.
Ex-Kampfsportler wegen Körperverletzung angeklagt
Der schwerste Vorfall ereignete sich am 14. August 2025 auf St. Pauli. Vor einem Lokal an der Paul-Roosen-Straße geriet der Angeklagte gegen 19.30 Uhr mit einem alkoholisierten Gast in Streit. Der Angeklagte saß zu der Zeit draußen und soll den 60-Jährigen aufgefordert haben, nicht vor der Tür zu rauchen, da er gerade esse. Als der Mann dem nicht nachkam, soll der 31-Jährige nach drinnen gegangen sein, wohin ihm der Mann bis zur Tür folgte und ihm klar machte, er könne rauchen, wo er wolle.
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Plötzlich soll der Sportler dem Mann eine so heftige Ohrfeige verpasst haben, dass dieser ungebremst auf den Asphaltboden aufschlug und sofort bewusstlos wurde. Obwohl er laut Staatsanwaltschaft die lebensgefährliche Verletzung erkannte, soll er ihm weder geholfen noch den Rettungsdienst alarmiert haben. Das Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma mit multiplen Blutungen und liegt seitdem im Koma. Der 60-Jährige wird voraussichtlich dauerhaft pflegebedürftig bleiben.
Der angeklagte Deutsch-Türke setzte sich nach der Tat ins Ausland ab. Am 18. September wurde er bei der Einreise nach Hamburg von Bundespolizisten am Flughafen festgenommen und in ein Untersuchungsgefängnis gebracht.
Ab Dienstag wird ihm vor dem Hamburger Amtsgericht der Prozess gemacht.
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