Ein Mann steckt in einem Supermarkt eine Wodkaflasche in seinen Rucksack.

Nachdem der Mann alkoholische Getränke und Sandwiches gestohlen hatte, soll der Security-Mitarbeiter auf ihn losgegangen sein. (Symbolfoto) Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Ladendiebe im Hauptbahnhof brutal misshandelt? Supermarkt-Security vor Gericht

Er sollte für Sicherheit sorgen – jetzt sitzt er selbst auf der Anklagebank. Ein Security-Mitarbeiter (46) eines Supermarkts im Hamburger Hauptbahnhof muss sich vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Er soll zwei mutmaßliche Ladendiebe brutal attackiert haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in zwei Fällen vorsätzlich Menschen verletzt zu haben. Der erste Vorfall ereignete sich demnach am 10. November 2024 in einem Supermarkt in der Wandelhalle des Hauptbahnhofs. Ein Mann war dort wegen des Diebstahls eines Schokoriegels aufgefallen. Der Sicherheitsmitarbeiter soll ihn daraufhin zu Boden gebracht und in einen Lagerraum gezogen haben.

Dort soll die Situation eskaliert sein: Der Angeklagte soll den Kopf des Mannes zweimal auf den Boden geschlagen haben. Anschließend habe er ihn ins Treppenhaus geschleift und ihm mindestens zweimal in den Rücken getreten.


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Obwohl das Opfer laut Anklage verlangte, dass die Polizei gerufen wird, soll der Security-Mann ihn stattdessen aufgefordert haben, zu verschwinden. Laut Staatsanwaltschaft drohte er sogar mit weiteren Schlägen, falls der Mann nicht gehe. Der Verletzte verließ daraufhin den Supermarkt – mit einer blutenden Kopfverletzung und Schmerzen im Rücken.

Weiterer Gewaltvorwurf gegen Supermarkt-Security

Ein zweiter Vorfall soll sich am 23. März 2025 ebenfalls in dem Supermarkt ereignet haben. Diesmal ging es um einen Mann, der alkoholische Getränke und Sandwiches gestohlen haben soll. Auch hier soll der Sicherheitsmitarbeiter zugeschlagen haben: Laut Anklage versetzte er dem Mann zwei Faustschläge ins Gesicht, sodass dieser zu Boden ging und mit einer blutenden Nase zurückblieb. Am Dienstag findet der Prozess gegen den Sicherheitsmitarbeiter vor dem Amtsgericht St. Georg statt. Ihm wird vorsätzliche Körperverletzung in zwei Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Nötigung vorgeworfen.

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Der Hamburger Hauptbahnhof gilt als Kriminalitätsschwerpunkt. Täglich werden im Bereich Hauptbahnhof und dem angrenzenden Steindamm durchschnittlich 18 Straftaten registriert. Allein zwischen Januar und Mai 2025 wurden insgesamt 1291 Eigentumsdelikte am Hauptbahnhof erfasst. In ganz Deutschland waren es laut Handelsforschungsinstitut EHI im vergangenen Jahr 283.096 solcher Straftaten. Die bei Langfingern beliebtesten Waren sind alkoholische Getränke (Spirituosen, Wein, Sekt), Accessoires wie Sonnenbrillen, Gürtel, Schals sowie akkubetriebene Maschinen und Speichermedien.

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