Knast-Revolte in Hamburg: Sein Tod sollte offenbar gerächt werden
Plötzlich griffen drei Häftlinge mehrere Justizbeamte in der Jugendvollzugsanstalt Hahnöfersand (Landkreis Stade) an. Doch das eigentliche Ziel der Attacke soll jemand ganz anderes gewesen sein: ein Mithäftling, der für den Tod eines 15-Jährigen mitverantwortlich ist.
Gegen 15 Uhr schlugen sie zu am Samstag. Drei Häftlinge überwältigten einen Justizbeamten, fesselten und verprügelten ihn und entrissen ihm seine Schlüssel. „Einer der Gefangenen nutzte dies, um in eine andere Station zu gehen, wo er umgehend von einem weiteren Bediensteten gestoppt wurde“, erklärt die Justizbehörde. Er befand sich womöglich auf dem Weg zu Mithäftling Almoayad A.
Almoayad A. wegen des Todes von Saif Ibrahim verurteilt
Der inzwischen 19-Jährige wurde bereits im April 2025 festgenommen, nachdem Saif Ibrahim (15) in Wilstorf bei einem Sturz aus dem achten Stock gestorben war. Der Junge hatte versucht, vor bewaffneten Angreifern zu flüchten, die die Wohnung stürmten.
Die Tat wirke „wie aus einem Horrorfilm“, sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung im April. Es sei um Geld gegangen und um Ehre. Niemand habe Saifs Tod gewollt, der Vorwurf war bewaffneter Überfall mit Todesfolge – nicht etwa Mord oder Totschlag. Doch bei diesem gewalttätigen Vorgehen hätte die Gruppe um Almoayad A. mit diesem Ausgang rechnen müssen. Der inzwischen 19-Jährige erhielt mit vier Jahren und zehn Monaten die zweithöchste Freiheitsstrafe. Er soll der Kopf der Angreiferbande gewesen sein.
Überfall in Hahnöfersand: Wollten die Angreifer zu Almoayad A.?
Laut „Bild“ soll genau diese Tat das Motiv des Angriffs in Hahnöfersand gewesen sein: Die drei Häftlinge hätten Saifs Tod rächen wollen. Offiziell bestätigt ist dieser Hintergrund bislang nicht.
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Die genauen Umstände werden laut Justizbehörde gerade aufgearbeitet, es liegen „unterschiedliche und teils widersprüchliche Informationen vor“, sagte ein Sprecher. Kurz nach der Tat betonte die Behörde, dass sie nicht von einem Ausbruchsversuch ausgehe. Alle drei Häftlinge wurden noch am Wochenende in anderen Gefängnissen untergebracht.