Angeklagter vor Gericht

Der Angeklagte hat sich unter seiner schwarzen Jacke versteckt. Neben ihm steht sein Verteidiger Clemens Anger. (Archivbild) Foto: hfr

Junger Mann versehentlich in der Schanze angeschossen: Urteil da

Im September wurde ein 22-jähriger Mann vor einem Döner-Laden in der Schanze angeschossen. Doch die Kugel war eigentlich für jemand anderen bestimmt. Für die Tat musste sich seit April 2025 ein 28-Jähriger vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Jetzt fiel dort das Urteil.

Wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und Waffendelikten wurde Marouen J. zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der 28-Jährige hatte an jenem 9. September 2024 in der Schanze einem anderen Mann eine Schussverletzung zugefügt. Dabei sollte die Kugel eigentlich jemand anderen treffen.

Schüsse in der Schanze: Urteil da

An jenem lauen Abend soll der Angeklagte gegen 21 Uhr vor dem „Haus des Döners“ am Schulterblatt mit gezogener Pistole auf zwei Männer zugegangen sein. Laut Anklage hielt er die Waffe gegen den Kopf des einen Mannes und sagte: „Du willst mich wirklich verarschen“. In der Anklage hieß es zunächst, er habe aus kurzer Distanz den Abzug gedrückt, weshalb der 28-Jährige auch wegen versuchten Totschlags angeklagt war. Inzwischen geht das Gericht jedoch davon aus, dass er dem Mann mit der Waffe auf den Kopf schlug und sich dabei ein Schuss löste. Mit fatalen Folgen: Denn die Kugel traf einen völlig unbeteiligten 22-Jährigen, der daneben saß. Nach dem Schuss ergriff dieser zusammen mit seinen zwei Begleitern die Flucht. Kurz darauf wurde er von Rettungskräften an der Schanzenstraße angetroffen. Das Geschoss durchschlug seine Schulter und trat am Rücken wieder aus. Sanitäter versorgten seine Wunde und brachten ihn in das Krankenhaus St. Georg.


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Der Schütze flüchtete nach der Tat mit seinem in der Nähe geparkten Carsharing-Auto. Trotz einer Sofortfahndung mit mehr als zwei Dutzend Streifenwagen konnte er nicht gefasst werden. Die Polizei startete einen öffentlichen Zeugenaufruf.

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Rund einen Monat später meldeten die Beamten einen Fahndungserfolg. Ein Spezialkommando hatte den Mann, der ohne festen Wohnsitz ist, an der Bramfelder Bengelsdorfstraße überwältigt und festgenommen. Anschließend wurde er ins Untersuchungsgefängnis gebracht.

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