Christina Block und Ingo Bott

Christina Block mit ihrem Verteidiger Ingo Bott am Donnerstag im Gerichtssaal. Foto: Marcus Brandt/Pool-dpa/dpa

„Glückwunsch-Atmosphäre“ nach der Entführung der Block-Kinder?

Am Tag 40 des Block-Prozesses kam am Donnerstag ein Treffen zur Sprache, das am Neujahrstag 2024, also nach der Entführung der Block-Kinder, stattgefunden haben soll: Dabei seien Eugen Block und der nun angeklagte Familienanwalt Andreas Costard anwesend gewesen, außerdem Anwalt Otmar Kury und der Inhaber einer Sicherheitsfirma. Dieser Securitymann erzählte der Polizei später erstaunliche Eindrücke aus diesem Meeting.

Eugen Block und sein Vertrauter Andreas Costard hätten „gelöst“ gewirkt, so hat der Securitymann es laut Polizeiprotokoll empfunden. Es sei keine Angst zu spüren gewesen, dass „jemand Drittes die Kinder in seiner Gewalt hat.“ Stattdessen habe eine „Glückwunsch-Atmosphäre“ geherrscht. Der Verteidiger von Andreas Costard gibt zu bedenken, dass seinem Mandanten zu dem Zeitpunkt möglicherweise bereits bekannt war, dass die Kinder in der Obhut der Mutter waren. Auch Anwalt Otmar Kury, der später kurzzeitig Christina Block verteidigte, sei laut des Securitymannes bei dem Treffen gewesen und die Juristen Costard und Kury seien sich einig gewesen, dass Christina Block tun und lassen könne, was sie wolle, weil ja das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder bei ihr gelegen habe.

Block-Prozess: Treffen nach Entführung der Kinder

Costard habe zu Eugen Block gesagt: „Der Vater behauptet, es wurde Gewalt angewendet, das ist aber Quatsch.“ Tatsächlich war Stephan Hensel von den Entführern zu Boden geschlagen worden, bevor die Kinder in ein Auto gezerrt wurden. Es sei bei dem Treffen auch die Rede davon gewesen, dass Andreas Costard Innensenator Andy Grote (SPD) telefonisch informieren solle.

Stephan Hensel, Vater der entführten Kinder Marcus Brandt/Pool-dpa/dpa
Stephan Hensel
Stephan Hensel, Vater der entführten Kinder

Er selbst, so sagte es der Sicherheitsmann der Polizei, habe bereits zuvor befürchtet, dass es zu einer „rechtswidrigen Rückholung“ der Kinder kommen könne. Anwalt Andreas Costard sei zunehmend besorgt gewesen, weil die familienrechtliche Zuständigkeit an die Dänen zu gehen drohte. Er selbst, der Sicherheitsmann, habe mit illegalen Aktionen aber nichts zu tun haben wollen. Für seine Dienste habe er 130.000 Euro von Eugen Block erhalten, mit dessen Tochter habe er nie gesprochen.

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Alle Schilderungen stammen aus dem polizeilichen Vernehmungsprotokoll des Sicherheitsmannes. Andreas Costard selbst schweigt im Verfahren. Christina Block war bei dem Treffen nicht anwesend. Nach allem, was bekannt ist, war sie zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Weg zu ihren Kindern nach Süddeutschland.

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