Eine zerstörte Windschutzscheibe. (Symbolfoto)

Die Windschutzscheibe des Autofahrers wurde bei dem Aufprall durch die Gasflasche zertrümmert. (Symbolfoto) Foto: picture alliance/dpa | Ingo Wagner

Gasflasche von Brücke geworfen: Junges Trio wegen versuchten Mordes vor Gericht

Ein Autofahrer fährt nachts durch St. Pauli – plötzlich kracht es auf die Windschutzscheibe. Von einer Brücke fliegen Flaschen. Jetzt müssen sich zwei junge Frauen (19) und ein Mann (21) vor dem Landgericht verantworten – wegen versuchten Mordes.

Die drei Angeklagten sollen in der Nacht zum 15. September 2025 Gegenstände von einer Fußgängerbrücke nahe des Fischmarkts auf die Fahrbahn geworfen haben. Ein Autofahrer hatte dabei Glück im Unglück.

Als der 31-Jährige mit seinem Opel unter der Brücke hindurchfuhr, traf ihn eine Glasflasche auf der Motorhaube. Zeitgleich zerschmetterte eine rund 1,5 Kilogramm schwere Lachgasflasche die Windschutzscheibe des Autos auf Höhe der Beifahrerseite.

Gegenstände von Brücke geworfen: Autofahrer hatte Glück

Der Autofahrer erschrak und trat sofort auf die Bremse. Nur mit Glück kam es zu keinem schweren Unfall.

Zeugen riefen die Polizei, nachdem sie gesehen hatten, wie das Trio Gegenstände von der Fußgängerbrücke auf die vierspurige Straße warf. Kurz darauf nahmen die Beamten die beiden Frauen und den Mann fest. Einen Tag später schickte ein Haftrichter sie wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts in Untersuchungshaft.

Gegenstände von Brücke geworfen: Trio vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten zumindest in Kauf nahmen, dass der Autofahrer bei der Attacke hätte sterben können. Deshalb lautet der Vorwurf auf versuchten Mord – zusätzlich zu einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

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Am Dienstag beginnt gegen sie im Strafjustizgebäude am Sievekingplatz der Prozess. Dieser könnte teilweise ohne Öffentlichkeit stattfinden. Grund: Zwei der Angeklagten gelten juristisch noch als Heranwachsende. In solchen Fällen kann das Gericht Zuschauer ausschließen, um die jungen Beschuldigten zu schützen.

Ende Januar hatte das Landgericht Lüneburg zwei Männer (32 und 22 Jahre) wegen mehrfachen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten 2025 Baumstämme, Betonplatten und Baustellenabsperrungen von Brücken auf die A1 und A7 geworfen, was zu 22 beschädigten Fahrzeugen und einem Leichtverletzten führte. Besonders perfide: Die Männer traten anschließend als Ersthelfer auf, um so ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Der jüngere wurde zu zwölf Jahren, der ältere zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

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