Frau nach Abend in der Schanze überfallen: „Er schrie mich an, griff mir in den Slip“
Nach einem fröhlichen Abend mit Freunden wird der Heimweg einer jungen Hamburgerin zum Horrortrip: Ein Fremder verfolgt sie durch Marienthal, kommt immer näher – bis er plötzlich mit offener Hose angreift, ihr den Rock hochzieht und sie betatscht. Nur ihre panischen Schreie retten sie. Jetzt beginnt der Prozess gegen den 34-Jährigen, der sich im Gerichtssaal unscheinbar gibt.
Am Montag steht der 34-jährige Angeklagte vor dem Landgericht Hamburg. Es ist einer von fünf Terminen. Das Video der ersten, polizeilichen Aussage des Opfers wird gezeigt. Es herrscht Stille im Gerichtssaal. Mit starrer Miene starrt der Angeklagte auf den Tisch, schaut nur manchmal auf die Leinwand, auf der sein Opfer bei seiner Aussage gezeigt wird. Die blonde Frau erzählt von der Nacht, in der sie Angst um ihr Leben hatte.
Verfolgungsjagd durch Marienthal
Sie erzählt, wie sie nichts ahnend in den Bus stieg, nachts gegen 2 Uhr. Und wie sie den Mann, der später zu ihrer größten Gefahr werden sollte, zuerst gar nicht wahrgenommen hat.
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Es war ein warmer Sommerabend, als sie sich mit Freunden in der Schanze traf. Sie trug ein Kleid, Stiefel und eine Strickjacke. „Ich hatte einen echt schönen Abend“, sagt sie. Auf dem Heimweg stieg sie in Marienthal aus dem Bus und bemerkte ihren Verfolger zunächst nicht. Im Dunkeln lief sie einen schmalen Gehweg entlang. Erst da merkte sie, dass ein Mann hinter ihr ging – zunächst aber in einiger Entfernung. Doch mit jedem Schritt, den sie weiterging, kam er näher und näher. Sie merkte: Hier stimmt was nicht – und rief eine Freundin an, um sich sicherer zu fühlen. Allerdings half auch das nichts.
Plötzlich steht der Mann mit runtergelassener Hose vor der jungen Frau
Immer wieder streift sie sich bei der Befragung durch ihr Haar, lächelt verunsichert die Polizeikommissarin auf dem Video an. „Ich wollte doch nur nach Hause.“
In der Straße Mittelweg drehte sie sich um – und plötzlich stand der 1,80 Meter große Mann direkt hinter ihr, nicht mal eine Armlänge entfernt, und „holte sich einen runter“, wie sie sagt.
Sie fragte ihn entsetzt, was das soll, erzählt die junge Frau. Dann lief sie weg. Er hinterher. Und er holte sie ein. Perplex stand sie vor ihm, als er ihr Kleid „ruckartig“ hochzog und sie „am Po anfasste“, wie sie erzählt.
„Hatte selten so viel Angst in meinem Leben“
Von Angst gepackt, lief sie weiter. Sie schrie nach Hilfe, er schrie: „Zeig mir deinen Arsch, dann lass ich dich in Ruhe“. Wieder rannte er hinter ihr her, holte sie ein und griff sie am Arm. Mit der anderen Hand griff er ihr wieder „an den Po und in ihren Slip hinein“, sagt die junge Frau. Wieder kommt auf dem beim Prozess gezeigten Video ihr verunsichertes Lächeln zum Vorschein und sie streift sich hektisch durch die gelockten Haare.
„Ich war panisch, versuchte mich immer wieder loszureißen und schrie um Hilfe“, sagt das Opfer. Nur kurze Augenblicke später wurden ihre Hilfeschreie von Bewohnern der Gegend gehört, die zur Hilfe eilten. Der Täter floh, die Polizei konnte ihn dennoch festnehmen. Im Nachhinein erzählt sie, dass sie selten so viel Angst in ihrem Leben gehabt hat.
Mann in U-Haft, Prozess nicht beendet
Der 34-jährige Täter wirkt im Gericht unscheinbar. Gepflegtes Äußeres, gebügeltes Hemd, gestutzter Bart, dunkle, gegelte Haare. Aktuell sitzt er in U-Haft. Vor Gericht ist er geständig. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.