Filmreife Flucht auf der Veddel endet für mutmaßliche Hehlerbande vor Gericht
Es war eine spektakuläre Flucht vor der Polizei, doch am Ende gingen die mutmaßlichen Autodiebe der Polizei ins Netz. Im Juli wollten die Beamten des Landeskriminalamtes die zuvor observierten Männer auf der Veddel festnehmen, doch die Situation eskalierte, Warnschüsse fielen. Jetzt müssen sich drei Männer (52, 39 und 38) vor Gericht verantworten.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft den beiden Jüngeren gemeinschaftlichen schweren Bandendiebstahl sowie Diebstahl in einem besonders schweren Fall vor. Der 52-Jährige ist wegen Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl und in einem Fall wegen gewerbsmäßiger Bandenhehlerei angeklagt.
Bereits im April gerieten die Männer in den Fokus der für Autodiebstähle zuständigen Ermittler, nachdem zuvor im Hamburger Stadtgebiet und Schleswig-Holstein elf Fahrzeuge der Marken Kia, Hyundai und Audi geklaut wurden. Im Zuge der weiteren Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf einen Gewerbehof an der Peutestraße. Der Inhaber soll ein Komplize der Angeklagten sein, der die geklauten Autos dort mutmaßlich für den Weitertransport ins Ausland vorbereitete oder in Einzelteile zerlegte und weiterverkaufte.

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Als dann in Oststeinbek (Kreis Stormarn) ein Hyundai Tucson verschwand und es Hinweise gab, dass dieser auf dem Gewerbehof für die Verschiffung vorbereitet werden soll, legten sich die LKA-Beamten, die inzwischen Durchsuchungsbeschlüsse für das Objekt hatten, auf die Lauer.
Kurz nachdem der 52-jährige Angeklagte am 31. Juli gegen 19 Uhr den Wagen auf den Hof gefahren hatte, trafen sich die beiden anderen Männer laut Anklage in einer nahegelegenen Sackgasse mit einem weiteren Mann – der direkt vorher von dem Gewerbehof gekommen war – vermutlich zu einer Geldübergabe.
Autodiebe auf der Veddel flüchten vor Polizei
Als die Beamten an sie herantraten, flüchteten die beiden Männer in einem Mercedes GLK und durchbrachen dabei eine Polizeiabsperrung. Ein Beamter konnte sich nur mit einem Sprung zur Seite retten und verletzte sich dabei am Schienbein. Einsatzkräfte gaben schließlich mehrere Schüsse auf das Fluchtauto ab. Später wurde es in einer Sackgasse am Peuter Elbdeich gefunden. Es war gegen einen Baum geprallt.
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Die Insassen waren zunächst zu Fuß geflüchtet, wurden aber etwas später festgenommen. Einer wurde in seinem Versteck in einer Lagerhalle in der Toilette entdeckt, der andere wurde durch eine Drohne der Polizei auf dem Dach einer Lagerhalle lokalisiert. Durch die Ansprache der Besatzung des Polizeihubschraubers „Libelle“ ließ auch er sich widerstandslos festnehmen. Der 39-jährige Gewerbehof-Betreiber wurde einen Tag später am Flughafen bei seiner Heimkehr aus Ägypten ebenfalls festgenommen.
Während sich die drei Angeklagten bereits ab Montag vor der Großen Strafkammer des Hamburger Landgerichts verantworten müssen, wird ihm in einem gesonderten Verfahren ab Dienstag der Prozess gemacht.
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