Foto von Misagh A.

Dieses Foto postete Misagh A. von sich auf Instagram. Dreieinhalb Jahre später wurde er in Sasel getötet. Foto: Screenshot Instagram/privat

Bekannter Fifa-Streamer erschossen: Lebenslange Haft gefordert

Der Fall sorgte für Entsetzen in der Szene: Der 24 Jahre alte Misagh A., ein bekannter Fifa-Streamer (Online-Fußballspielen mit Publikum), wurde am 1. Oktober 2023 vor der Hamburger Shishabar „Cherie“ erschossen. Angeklagt wurden zwei Brüder. Der Prozess vor dem Hamburger Landgericht dauerte mehr als anderthalb Jahre, doch nun wurden die Plädoyers gehalten – und der Termin für das Urteil verkündet.

Laut Anklage hatten die beiden Brüder, inzwischen 23 und 31 Jahre alt, den Streamer in der Shisha-Bar an der Saseler Chaussee getroffen, angeblich, um sich bei ihm für eine Bedrohung zu entschuldigen. Es wurde vereinbart, dass der ältere Bruder dem jüngeren eine Ohrfeige verpassen solle, vor den Augen des Streamers, quasi als Wiedergutmachung.

Trauer um jungen Fifa-Streamer

Als die Männer für diese Aktion vor die Tür der Bar traten, soll der Jüngere das Opfer unvermittelt geschlagen haben. Der ältere Bruder habe den Streamer daraufhin zu Boden gestoßen und auf ihn geschossen: Sieben Schüsse aus einer Kurzwaffe aus kurzer Distanz. Das Opfer, ein Deutsch-Iraner, starb am Tatort. Freunde, Bekannte und Familienangehörige, die wenig später eintrafen, mussten von Sanitätern versorgt und von DRK-Kräften seelsorgerisch betreut werden.


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Ausnahme-Winter: Alles rund um die Hamburger „Eiszeit“ – Plus: Die besten Rodelpisten
  • Vermisst: Wenn Kinder wie Aaliyah Jolie F. (13) immer wieder abhauen
  • Köhlbrand: So soll die neue Brücke aussehen
  • Gastro-Mehrwertsteuer sinkt: Wird Essengehen jetzt günstiger?
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
  • 16 Seiten Sport: Das kann die neue HSV-Hoffnung Downs & St. Pauli-Leader Hauke Wahl mit Klartext
  • 20 Seiten Plan 7: Was bald in den Museen gezeigt wird, „Die Carmen von St. Pauli“ ist zurück & Abend der Rockgiganten

Das Opfer hatte seinen letzten Clip am 1. September 2023 hochgeladen. Zu sehen war, wie er Fußball spielt. Nicht im Internet, sondern im echten Leben. Unter dem Video teilten Fans und Bekannte ihre Trauer. „Wenigstens kann man dich hier noch mal hören und sehen. Kann den Schmerz nicht in Worte fassen“ und „Ruhe in Frieden, mein gutherziger Bruder“, schrieben sie.

Verdächtiger bei Verkehrskontrolle geschnappt

In den sozialen Medien war die Trauer um den erschossenen jungen Mann groß: „Ruhe in Frieden“ oder „Möge Gott deiner Seele gnädig sein“, war dort zu lesen. Ein anderer schrieb: „Warum nur?“ Wochen später, im Dezember 2023, war der jüngere der Brüder der Polizei bei einer Verkehrskontrolle ins Netz gegangen, er war als Mittäter gesucht worden. Inzwischen wurde sein Verfahren aber abgetrennt und nur noch gegen den älteren Bruder als mutmaßlichen Todesschützen verhandelt.

Das könnte Sie auch interessieren: Er rief „Du bist tot!“ und stach auf zwei Personen im Bus ein: Jetzt steht das Urteil

Nun wurden sehr unterschiedliche Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft sieht in der Bluttat zwei Mordmerkmale verwirklicht: Heimtücke und niedere Beweggründe. Die geforderte Strafe für den älteren Bruder: lebenslange Haft. Die Verteidiger hingegen sehen keine ausreichenden Beweise für die Schuld ihres Mandanten und plädierten auf Freispruch. Das Urteil soll am 20. Januar verkündet werden.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test