Eine Seniorin am Telefon. In Hamburg muss sich ein Angeklagter vor Gericht verantworten, weil er sich als falscher Polizist ausgegeben haben soll. (Symbolbild)

Eine Seniorin am Telefon. In Hamburg muss sich ein Angeklagter vor Gericht verantworten, weil er sich als falscher Polizist ausgegeben haben soll. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Matthias Balk

Falscher Polizist vor Gericht: Rentner im Visier – Schmuck und Bargeld erbeutet

Vor dem Landgericht Hamburg startet am Dienstag der Prozess gegen einen 24-Jährigen. Der Mann soll Teil einer Bande gewesen sein, die ältere Menschen mit einer bekannten Masche um Geld, Schmuck und Bankkarten gebracht haben soll.

Der Angeklagte soll sich im Jahr 2025 mit mutmaßlichen Betrügern zusammengeschlossen haben. Der Vorwurf: Die Gruppe soll gezielt ältere Menschen ausgesucht haben, um sich mit Betrug und Diebstahl dauerhaft Geld zu verschaffen.

Fiese Masche: So gingen die Betrüger vor

Die Täter sollen ihre Opfer am Telefon kontaktiert und sich dabei als Polizisten ausgegeben haben. Unter dem Vorwand, Wertsachen schützen zu wollen, sollen sie die Menschen dazu gebracht haben, Schmuck, Sparbücher und Bankkarten samt PIN herauszugeben. Mit den Karten und Sparbüchern soll dann direkt nach der Tat oder spätestens am nächsten Tag Geld abgehoben worden sein.

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Wie diese Masche laut Anklage ablief, zeigt ein Fall aus Heimfeld: Am 19. Juni 2024 soll ein unbekannter Mittäter eine 84-Jährige angerufen und sich als Kriminalpolizist ausgegeben haben. Er soll ihr erzählt haben, dass nach einem Überfall ein Zettel mit ihrer Anschrift gefunden worden sei. Kurz darauf, so der Vorwurf, erschienen der Angeklagte und ein weiterer Mann bei der Seniorin zu Hause.

Die Frau hielt beide offenbar für echte Polizeibeamte, ließ sie in ihre Wohnung und übergab ihre EC-Karte samt PIN. Während sie dort waren, sollen die beiden Männer auch mehrere Schmuckstücke mitgenommen haben. Danach sollen sie die Wohnung verlassen haben. Der Angeklagte soll wenig später mit der Karte 1000 Euro an einem Geldautomaten in Hamburg abgehoben haben.

Betrug von falschen Polizisten: Wohl rund 15.000 Euro erbeutet

Nach demselben Muster soll die Gruppe zwischen April und September 2024 sieben weitere Menschen im Alter von 66 bis 95 Jahren betrogen haben. Die Taten sollen sich in Hamburg, Bochum und Essen abgespielt haben. Der 24-Jährige soll dabei jeweils die Rolle des „Abholers“ gehabt haben.

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Insgesamt soll die Bande durch Diebstähle und Abhebungen rund 15.000 Euro sowie Schmuck und weitere Wertgegenstände erlangt haben.

Die Anklage wirft dem Angeklagten gewerbs- und bandenmäßigen Betrug sowie Amtsanmaßung in sechs Fällen vor. In drei Fällen soll er zudem an Bandendiebstählen beteiligt gewesen sein. Dazu kommen laut Anklage ein weiterer Bandendiebstahl mit Amtsanmaßung sowie fünf Fälle von banden- und gewerbsmäßigem Computerbetrug, davon vier im Versuch. (mp)

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