„Es blutet … er hat ein Messer dabei“ – Notruf erschüttert Gerichtssaal

Ein 23-Jähriger Angeklagter muss sich vor dem Schwurgericht verantworten – er soll versucht haben den neuen Freund seiner Ex-Partnerin zu töten.
Ein 23-jähriger Angeklagter muss sich vor dem Schwurgericht verantworten – er soll versucht haben, den neuen Freund seiner Ex-Partnerin zu töten.

„Es blutet … er hat ein Messer dabei“, ist im Gerichtssaal plötzlich zu hören. Die Stimme einer Frau füllt den Raum, während die Anwesenden den Blick auf den Angeklagten richten. Für einen Moment wird durch die abgespielte Aufnahme aus dem vergangenen November das Geschehen in einer Wohnung in Hamburg-Bergedorf im Saal besonders greifbar.

Im Gerichtssaal sitzt der 23-jährige Angeklagte I. ruhig da, vor drei Berufsrichtern und Schöffen. Zum Prozessauftakt äußert er sich nicht. Zwischen seinem Verteidiger und einer Farsi-Dolmetscherin zeigt er keine erkennbare Reaktion.

Der Angeklagte muss sich vor dem Hamburger Schwurgericht wegen eines versuchten Tötungsdelikts verantworten. Er befindet sich seit rund sechs Monaten in Untersuchungshaft.

Bergedorf: Mann sticht auf neuen Freund seiner Ex ein

Nach der Anklage verschaffte sich der Mann unter dem Vorwand, Geschirr abholen zu wollen, Zugang zur Wohnung seiner Ex-Freundin in Hamburg-Bergedorf. Dort traf er auf deren neuen Partner (25). Es soll unmittelbar zu einer Eskalation gekommen sein, bei der er den Mann gepackt und mehrfach mit einem Messer auf ihn eingestochen haben soll.

Die Tat soll sich am Abend des 5. November 2025 ereignet haben. Nachdem I. die Wohnung betreten hatte, forderte seine Ex-Partnerin ihn auf, zu gehen. Als er dieser Aufforderung nicht nachkam, wählte sie den Notruf. Zu diesem Zeitpunkt soll der Angriff bereits begonnen haben.

Im später im Gericht abgespielten Notruf ist die Stimme der Frau zu hören: „Es blutet … er hat ein Messer dabei.“ Parallel beschreibt der verletzte Mann seine Lage und seine Verletzungen. Immer wieder ist von Schmerzen und der Hoffnung auf schnelle Hilfe die Rede.

Nach Angaben der Anklage erlitt das Opfer fünf Stich- und drei Schnittverletzungen, darunter eine Verletzung in unmittelbarer Nähe einer Arterie. Der Angeklagte soll mit einer rund fünf Zentimeter langen Klinge mehrfach zugestochen und dabei eine tödliche Verletzung in Kauf genommen haben. Auch die Ex-Partnerin wurde verletzt, als sie versuchte einzugreifen. Zum möglichen Motiv machte die Anklage keine Angaben.

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„Langsam fängt mir an, schwindelig zu werden“, ist das Opfer im Notruf zu hören. Kurz darauf traf Hilfe ein. Der Täter soll anschließend in einem dunkelgrauen Mercedes vom Tatort geflüchtet sein.

Der Prozess wird am 1. Juni fortgesetzt.