Er tötete seinen besten Freund: Urteil für Messerstecher vom Phoenix-Center
Als Omar N. (alle Namen geändert) das Phoenix-Center am 26. Juni 2025 betrat, war er laut Gericht schon fest entschlossen: Ahmed M. sollte sterben. Mindestens elfmal stieß der 25-Jährige auf den gleichaltrigen Mann ein, weil dieser angeblich eine Affäre mit seiner Ehefrau geführt haben soll. Jetzt wurde N. zu einer langen Haftstrafe verurteilt – obwohl er an einer psychischen Krankheit leidet.
Am Dienstag um 11 Uhr verkündet die Richterin das Urteil: elf Jahre Haft wegen Totschlags. Damit wurden die Forderungen der Staatsanwaltschaft erfüllt. Alle Anklagepunkte hätten sich im Laufe des Verfahrens bestätigt, sagt eine Gerichtssprecherin.
Das Opfer arbeitete im Foodcourt des Phoenix-Centers. Omar N. fuhr zu seinem ehemaligen besten Freund, obwohl er sich ihm wegen mehrerer vorhergegangener Vorfälle gar nicht mehr hätte nähern dürfen. Nach einem lautstarken Streit brachte er Ahmed M. zu Boden und stach mehrfach auf ihn ein. Das Opfer starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.
Täter vom Phoenix-Center hatte Borderline-Störung
Omar N. glaubte zu dem Zeitpunkt, der Mann würde eine Affäre mit seiner Ehefrau führen. Er zweifelte auch daran, ob er tatsächlich der Vater der beiden gemeinsamen Töchter ist. Vor Gericht gab es aber keinerlei Hinweise auf ein Verhältnis der beiden.
Der Täter leidet an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, wie ein Gutachter im Laufe des Verfahrens feststellte. Die Symptome wurden durch Drogenkonsum noch verschlimmert: „Er hatte sehr viele Gedanken, hat ständig geweint und geschrien“, erzählte seine Ehefrau als Zeugin vor Gericht. „Er sagte, er hört Stimmen.“
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Das Gericht kam dennoch zu dem Schluss, dass Omar N. voll schuldfähig war. Aufgrund seiner Krankheit konnte aber nicht von Mord ausgegangen werden, sagt die Sprecherin. Die Verteidigung hatte sieben Jahre Freiheitsstrafe gefordert.
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