Themenbild - Zertifikat Deutsch-Test fuer Zuwanderer und deutscher Reisepass

Die Gruppe soll gefälschte Sprachzertifikate und „Leben in Deutschland“-Bescheinigungen hergestellt haben. (Symbolfoto) Foto: Eibner-Pressefoto/Jonas Lohrmann/picture alliance

Duo soll auf TikTok Zertifikate für Einbürgerung verkauft haben – Anklage!

Über TikTok sollen zwei 26-Jährige Bestellungen für gefälschte Sprachtests und „Leben in Deutschland“-Bescheinigungen entgegengenommen haben. Die angeblichen Fälschungen gingen für bis zu 4000 Euro pro Stück weg. Jetzt stehen beide in Hamburg vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, gemeinsam ein lukratives Geschäft mit gefälschten Dokumenten betrieben zu haben. Nach den Ermittlungen soll einer der Angeklagten spätestens seit Juli dieses Jahres mit weiteren, noch unbekannten Beteiligten eine Art Fälschertruppe aufgebaut haben. Die Gruppe soll gefälschte Sprachzertifikate und „Leben in Deutschland“-Bescheinigungen hergestellt haben – Dokumente, mit denen man die für eine Einbürgerung vorausgesetzten staatsbürgerlichen Kenntnisse nachweisen kann. Preis pro Urkunde: zwischen 900 und 4000 Euro. Normalerweise erfordern die Zertifikate monatelange Besuche einer Sprachschule.

Die Bestellungen sollen über TikTok gelaufen sein. Anfang September soll einer der Angeklagten dort Aufträge angenommen und die Fälschungen von Komplizen herstellen lassen haben. Auch ein weiterer Unbekannter soll über TikTok zusätzliche Bestellungen eingesammelt haben – unter anderem für Zertifikate der Industrie- und Handelskammer (IHK).


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Falsche Einbürgerungsdokumente auf TikTok verkauft: 26-Jährige vor Gericht

Im Juli sollen die beiden Angeklagten acht gefälschte Urkunden ausgeliefert und dafür 6.400 Euro kassiert haben. Bei einem weiteren Übergabetermin am Zeughausmarkt in der Neustadt schlugen die Ermittler zu: Die beiden wurden festgenommen.

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Ab Mittwoch müssen sie sich wegen gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Geldwäsche sowie gemeinschaftlicher gewerbs- und bandenmäßiger Urkundenfälschung vor dem Amtsgericht Hamburg verantworten.

Das Geschäft mit den gefälschten Dokumenten für Ausländer floriert. Wie die Hamburger Polizei im September auf Anfrage mitteilte, gibt es in der Hansestadt zu dieser Art von Betrug Ermittlungsverfahren im mittleren zweistelligen Bereich. Auch in anderen Bundesländern, wie Hessen, Bayern oder Nordrhein-Westfalen wird gegen den illegalen Handel mit gefälschten Sprachzertifikaten für Einbürgerungs- und Aufenthaltsverfahren ermittelt.

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