Blutiger Streit in Hamburger Unterkunft: 32-Jähriger soll Mann getötet haben

Nach der Tat in Billbrook führt die Polizei den Verdächtigen ab. (Archivbild)
Nach der Tat in Billbrook führt die Polizei den Verdächtigen ab. (Archivbild)

Anfang Dezember kam es in einer Winternotprogramm-Unterkunft in Billbrook zu einer tödlichen Auseinandersetzung. Ein 55-Jähriger wurde niedergestochen und verstarb kurz darauf. Nun muss sich ein 32-Jähriger wegen Totschlags vor Gericht verantworten.

Zu der blutigen Tat kam es am frühen Morgen des 8. Dezember vergangenen Jahres. In einem ehemaligen Hotel an der Châu-und-Lân-Straße, das zu der Zeit als Obdachlosenunterkunft des Winternotprogramms fungierte, kam es um kurz nach 6 Uhr zwischen zwei Zimmergenossen zum Streit.

Im Verlauf der Auseinandersetzung soll der jüngere Mann den Älteren mit einem scharfen Gegenstand angegriffen haben. Laut Anklage soll er mindestens zehnmal in den Oberkörper des Mannes gestochen haben. Der 55-Jährige wurde dabei so schwer verletzt, dass er trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche durch Rettungskräfte noch am Tatort starb.

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Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an und nahm den 32-Jährigen noch vor Ort fest. Die Mordkommission übernahm derweil die Ermittlungen. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich zudem um Mitarbeitende der Unterkunft, die das Geschehen miterleben mussten.

Tödliche Attacke in Billbrook ab Montag vor Gericht

Nach Abschluss der ersten Maßnahmen wurde der Mann dem Untersuchungsgefängnis zugeführt, wo er seitdem auf seinen Prozess wartet. Dieser beginnt am Montag vor dem Hamburger Landgericht. Was der Auslöser für den tödlichen Streit war, ist bislang unklar.

Immer wieder kommt es in Notunterkünften zu Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern. Erst vor zwei Monaten prügelte in Lüneburg ein 53-Jähriger seinen 61 Jahre alten Mitbewohner tot. In Hamburger tötete ein 25-Jähriger seinen 43-jährigen Zimmergenossen in einer Obdachlosenunterkunft an der Eiffestraße. Der Pole wurde vergangenes Jahr wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu vier Jahren Haft verurteilt.

Doch auch unter freiem Himmel sind Obdachlose mitunter Gewalt ausgesetzt. Zuletzt wurde im Juni 2025 ein 65-Jähriger in Altona am Stuhlmannbrunnen von vier Unbekannten zu Tode geprügelt. Nur vier Wochen später wurde einem schlafenden 30-jährigen Obdachlosen am S-Bahnhof Jungfernstieg von Unbekannten mehrfach ins Gesicht getreten. In beiden Fällen sucht die Polizei nach Zeugen.