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Block-Prozess: Hamburger Model will auspacken

Junger Mann in einem Park, Gesicht gepixelt
Jonathan C. (34), Model aus Hamburg, soll an der Entführung der Block-Kinder beteiligt gewesen sein

Jonathan C. (34), Hamburger Model mit schwedisch-israelischen Wurzeln und Teilnehmer bei diversen Reality-Formaten, gilt als die wohl schillerndste Gestalt unter den Entführern der Block-Kinder. Nun ist klar: Der durchtrainierte Fitness-Influencer hat sich von Israel aus über seinen Anwalt an die Hamburger Staatsanwaltschaft gewandt und wünscht sich – wie schon die anderen mutmaßlichen israelischen Kidnapper – „Sicheres Geleit“ für seine Aussage. Unterdessen werden weitere Details zu seiner Rolle bekannt, von einem bissigen Hund bis zu einem mitleidigen Hostel-Betreiber.

„Mein Mandant befindet sich nicht auf der Flucht, sondern in seinem Heimatland Israel, und in Kontakt und im Austausch mit den hiesigen Ermittlungsbehörden“, so der Hamburger Anwalt Christian Hermanussen zur MOPO. Das „sichere Geleit“, das dem Kronzeugen David Barkay, sowie zwei weiteren Kidnappern zugestanden wurde, könnte für Jonathan C. allerdings ein Traum bleiben: „Die Staatsanwaltschaft hat dieses Ansinnen geprüft, ist aber auf Basis der aktuellen Sach- und Rechtslage zu der Entscheidung gelangt, keinen entsprechenden Antrag beim Ermittlungsrichter zu stellen“, heißt es dazu knapp auf MOPO-Nachfrage.

Das bedeutet „Sicheres Geleit“

„Sicheres Geleit“ ist eine absolute Ausnahme und bedeutet: Der internationale Haftbefehl wird ausgesetzt und der Beschuldigte kann unbehelligt nach Deutschland einreisen, seine Aussage machen und das Land wieder verlassen. Dass er später für seine Straftaten angeklagt werden kann, ist davon unbenommen. Gewährt wird diese Ausnahme nur, wenn ein Gesuchter besonders viel zur Aufklärung eines schweren Verbrechens beitragen kann. Dass das Model ganz neue Informationen über die Block-Entführung anzubieten hat, glaubt die Staatsanwaltschaft also offenbar nicht.

Über den Aufenthaltsort von Jonathan C. war bislang öffentlich nichts bekannt. Er hatte, so vermeldete die „Bild“ kürzlich, nach der Tat eine Liebesbeziehung zu einer jungen Hamburger Richterin begonnen, die von seiner Beteiligung an dem Verbrechen in der Silvesternacht 2023 aber nichts wusste. Sobald sie erfahren hatte, dass ihr neuer Freund bei der Entführung der beiden Block-Kinder aus Dänemark geholfen haben soll, habe die Juristin die Beziehung beendet und ihre Vorgesetzten informiert.

Block-Prozess: Model soll erst spät zum Entführer-Team gestoßen sein

Jonathan C. soll erst kurz vor der Tat zu dem Entführerteam gestoßen sein, so hatte es der Kronzeuge David Barkay kürzlich in dem Prozess gegen Christina Block ausgesagt. „Einer der Fahrer“ habe ihn mitgebracht und er sei in die Gruppe aufgenommen worden, weil er „stark war und Deutsch“ sprach. In den Ermittlungsakten tauchte Jonathan C. lange als unbekannter „Deutscher Riese“ auf, weil keiner der Angeklagten seinen Namen gekannt haben will.

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Nach MOPO-Informationen soll Jonathan C., der 2021 in Heidi Klums Show „Germanys Next Top Model“ aufgetreten war, Anfang Dezember 2023 in Israel an Treffen teilgenommen haben, bei denen David Barkay die späteren Entführer über ihren Auftrag aufgeklärt haben soll: Sie sollten in der Silvesternacht die Kinder von Christina Block aus Dänemark holen, es sei eine legale Aktion, in Einklang mit dem deutschen Recht.

Bei dem Überfall in der Silvesternacht soll Jonathan C. derjenige gewesen sein, der den Vater der Kinder geschlagen habe, während dieser schon am Boden lag – obwohl es anders abgesprochen gewesen sein soll. Bei der Verschleppung der Kinder über die Grenze von Dänemark nach Deutschland soll Jonathan C. eines der mit Klebeband geknebelten Kinder getragen haben und im Wald von einem Hund gebissen worden sein, so habe er es später, zurück in Israel, einem Mittäter erzählt. Außerdem soll das Model sich darüber beklagt haben, dass David Barkay ihm die versprochenen 10.000 Euro für die Entführung noch nicht gezahlt habe.

Model Jonathan C.: Bei Entführung vom Hund gebissen

Unmittelbar nach der Entführung, so erinnert sich einer der Mit-Entführer, habe Jonathan C. auf deutscher Seite in einem Hostel übernachtet. Seinen desolaten Zustand soll er dem Inhaber damit erklärt haben, dass er seine Freundin beim Fremdgehen erwischt habe. Der Hostelbetreiber habe ihn aus Mitleid duschen lassen und ihm neue Kleidung gegeben.

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Christina Block und sechs Mitangeklagte stehen derzeit wegen der Entführung der Block-Kinder vor dem Landgericht. Sie und der Familienanwalt sollen die Entführer beauftragt haben, so steht es in der Anklage und so hat es David Barkay, Chef der Entführerbande, in seiner Aussage vor Gericht bestätigt. Christina Block bleibt bislang bei ihrer Darstellung, sie habe mit der Entführung ihrer Kinder nach einem jahrelangen Sorgerechtsstreit nichts zu tun, die Entführer seien auf eigene Faust losgezogen.

Jonathan C. (34), Hamburger Model mit schwedisch-israelischen Wurzeln und Teilnehmer bei diversen Reality-Formaten, gilt als die wohl schillerndste Gestalt unter den Entführern der Block-Kinder. Nun ist klar: Der durchtrainierte Fitness-Influencer hat sich von Israel aus über seinen Anwalt an die Hamburger Staatsanwaltschaft gewandt und wünscht sich – wie schon die anderen mutmaßlichen israelischen Kidnapper – „Sicheres Geleit“ für seine Aussage. Unterdessen werden weitere Details zu seiner Rolle bekannt, von einem bissigen Hund bis zu einem mitleidigen Hostel-Betreiber.

„Mein Mandant befindet sich nicht auf der Flucht, sondern in seinem Heimatland Israel, und in Kontakt und im Austausch mit den hiesigen Ermittlungsbehörden“, so der Hamburger Anwalt Christian Hermanussen zur MOPO. Das „sichere Geleit“, das dem Kronzeugen David Barkay, sowie zwei weiteren Kidnappern zugestanden wurde, könnte für Jonathan C. allerdings ein Traum bleiben: „Die Staatsanwaltschaft hat dieses Ansinnen geprüft, ist aber auf Basis der aktuellen Sach- und Rechtslage zu der Entscheidung gelangt, keinen entsprechenden Antrag beim Ermittlungsrichter zu stellen“, heißt es dazu knapp auf MOPO-Nachfrage.