Christina Block mit ihrem Vater Eugen beim Neujahrsempfang der Firmengruppe im Hotel Grand Elysée.

Christina Block mit ihrem Vater Eugen beim Neujahrsempfang der Firmengruppe im Hotel Grand Elysée. Foto: Marcus Brandt/dpa

Block-Prozess: Gericht gibt weitere Zeugen bekannt

Für den kommenden Verhandlungstag im Block-Prozess, den 30. mittlerweile, hat das Landgericht die geladenen Zeugen bekannt gegeben. Neben einer Polizeibeamtin sollten ursprünglich am Donnerstag, nun aber erst am kommenden Montag, ein Bankmitarbeiter sowie die Prokuristin der Block-Gruppe vernommen werden. Angeklagt ist Christina Block, die zusammen mit dem Familienanwalt die Entführung ihrer jüngsten Kinder in Auftrag gegeben haben soll.

Der Kronzeuge David Barkay, Ex-Mossad-Agent und nach eigenen Angaben der Organisator des Kidnappings, hatte in seiner Zeugenaussage von großen Summen gesprochen, die der Familienanwalt an die Entführer übergeben habe – insgesamt rund 200.000 Euro in bar. Ob das zutrifft und woher die vielen Scheine damals stammten, ist unklar: Der angeklagte Jurist schweigt im Verfahren. Möglicherweise kann der Zeuge aus der Bank dazu etwas sagen.

Block-Prozess: Prokuristin als Zeugin geladen

Ebenfalls interessant könnte die Aussage der Prokuristin werden: Die Anführer der späteren Entführer hatten ab Februar 2023 monatelang unter falschen Namen und gratis im Hotel Grand Elysée der Block-Gruppe gewohnt, bevor sie in der Silvesternacht 2023 die beiden Kinder aus Dänemark nach Deutschland verschleppten. Dem Hotel entgingen laut Ermittlern Einnahmen von mindestens 220.000 Euro, das kann eine Prokuristin eigentlich nicht erfreuen. Die Zeugin gilt als enge Mitarbeiterin des „Patriarchen“ Eugen Block, der sich immer wieder mit öffentlichen Erklärungen in den Prozess gegen seine Tochter einmischt und der Hamburger Justiz schwere Vorwürfe macht.

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Der damalige Hoteldirektor und ein Rezeptionist hatten am vergangenen Prozesstag als Zeugen geschildert, wie verwundert die Mitarbeiter darüber gewesen seien, dass die Gäste ihre Rechnungen nicht bezahlen mussten. Es habe geheißen, die rätselhaften Gäste, die ohne Ausweise unter Fantasienamen in das Buchungssystem eingetragen wurden, seien Bekannte von Christina Block. Die müssten nichts bezahlen, um sie kümmere sich der Familienanwalt, der gleichzeitig im Aufsichtsrat der Block-Holding saß. Christina Block hatte dazu erklärt, sie habe von der Gratis-Unterbringung nichts gewusst, so etwas sei völlig unüblich im Elysée, sie habe sich da ganz auf den Anwalt verlassen.

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