Bande fälscht Ausweise für Menschen aus Osteuropa – und landet vor Gericht
Sie sollen gefälschte Ausweise und Steuerbescheide im großen Stil verkauft haben: Am Mittwoch beginnt vor dem Landgericht Hamburg der Prozess gegen zwei Frauen und zwei Männer wegen gewerbs- und bandenmäßiger Urkundenfälschung.
Den Angeklagten im Alter von 27 bis 46 Jahren wird vorgeworfen, mit weiteren Beteiligten Drittstaatenangehörige mit falschen amtlichen Dokumenten versorgt zu haben. Im Angebot sollen unter anderem gefälschte rumänische, polnische, litauische, tschechische und slowakische Ausweispapiere sowie Steuerbescheide gewesen sein.
Gefälschte Unterlagen im Wert von 160.000 Euro
Laut Staatsanwaltschaft lief die Kontaktaufnahme meist über Mittelsmänner in Internetforen und per WhatsApp. Eine 46-Jährige soll dabei eine zentrale Rolle gespielt haben: In 99 Fällen soll sie Aufträge angenommen, die Herstellung der Falsifikate veranlasst und die Lieferung organisiert haben. In mehreren Fällen soll auch ein verdeckter Ermittler als vermeintlicher Kunde aufgetreten sein.
Ein 32-Jähriger, eine 27-Jährige sowie weitere Beteiligte sollen die bestellten Dokumente teils über ausländische Fälscherstätten beschafft, teils selbst hergestellt haben. Der 27-Jährigen werden 46 Fälle vorgeworfen, außerdem soll sie in sieben Fällen Beihilfe geleistet haben. Ein 38-Jähriger soll in 25 Fällen als Mittelsmann zwischen Kunden und der 46-Jährigen agiert haben, der 32-Jährige soll in 16 Fällen beteiligt gewesen sein.
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Die Anklage geht davon aus, dass die Besteller insgesamt mehr als 160.000 Euro für die gefälschten Papiere zahlten. Der Prozess beginnt am 3. Juni im Strafjustizgebäude Hamburg. Weitere Verhandlungstage sind vorgesehen.