Am Bahnhof Altona: Mann schlägt minutenlang auf Opfer ein – Pflegefall!
Dawid H. lag bereits am Boden, wehrlos, vermutlich schon bewusstlos. Doch Damian M. (33) soll nicht aufgehört haben. Immer wieder soll er auf den 37-Jährigen eingetreten, den Mann so schwer verletzt haben, dass er in akuter Lebensgefahr schwebend ins Krankenhaus gebracht und mehrfach operiert werden musste, so der Vorwurf. Die minutenlangen Angriffe waren so heftig, dass das Opfer nun ein Pflegefall ist. Jetzt hat der Prozess wegen versuchten Totschlags vor dem Schwurgericht gegen den 33 Jahre alten Mann aus Polen begonnen.
Es war ein lauer Spätsommerabend, kurz vor 19 Uhr am 10. September 2024. Vor dem Aldi-Markt am Altonaer Bahnhof saßen einige Männer auf dem Gehweg. Keine ungewöhnliche Szene. Plötzlich soll die Situation eskaliert sein. Damian M., ein schmaler Mann mit Buzzcut und leicht eingefallenen Augen, soll einen der Männer mit voller Wucht gegen den Kopf und in den Bauch getreten haben. Das Opfer kippte zur Seite.
Nach einigen Minuten raffte sich der offensichtlich Angetrunkene mühsam auf und stützte sich an die Scheiben des Supermarktes. Doch die Angriffe gingen weiter. Nachdem der Angreifer kurz laut schimpfend ein paar Meter weggegangen war, soll er zurückgekommen sein und Dawid H. so stark getreten haben, dass dieser erneut auf den Fußweg fiel.
Er trat immer weiter auf den am Boden liegenden Mann ein
Ein Zeuge und seine Lebensgefährtin erlebten den Vorfall von der anderen Straßenseite aus. „Der Angeklagte trat immer weiter auf den am Boden liegenden Mann ein. Das Opfer war bewusstlos, glaube ich. Also er wehrte sich nicht, sagte auch nichts“, sagte der 44-Jährige vor Gericht aus.
Der Zeuge lief in den Bahnhof und hielt nach Polizeibeamten Ausschau. Als er keine antraf, rief er die 110 und eilte zurück zum Tatort. Zu seinem Erschrecken war der Angeklagte immer noch dabei, den reglosen Mann zu traktieren, schildert er. „Er zog den Mann an den Füßen, schleifte ihn einige Meter über den Boden. Dann ließ er ihn los und trat auf ihn ein“, sagte der Zeuge, der von Albträumen erzählt, die ihn eine knappe Woche nach der Tat einholten. Nach einigen Minuten bemerkte der Angeklagte dann, dass er beobachtet wurde. Immer wieder guckte er den Zeugen an, der die Polizei am Handy hatte und durchgab, was er sah.
Als der Täter den Beobachter bemerkte, lässt er vom Opfer ab und geht
Schließlich ließ der Angeklagte von seinem Opfer ab. Er schnappte sich seinen schwarzen Rucksack und ging Richtung Lessingtunnel. Die beiden anderen Männer, die einfach weiter dabei saßen ohne einzugreifen, folgten dem Angeklagten. „Ich hoffe, dass ich dazu beigetragen habe, dass der Täter meinetwegen aufgehört hat. Und ich bin mir absolut sicher, dass der Mann dort der Täter ist“, sagt der Zeuge gefasst und blickt zum Angeklagten. Die Vorsitzende Richterin nickt und fragt, ob er denn erfahren habe, wie es dem Opfer heute geht. „Ich habe gehört, dass er im Koma gelegen haben soll. Aber ich hoffe natürlich, dass es ihm inzwischen besser geht“, sagt er.
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Dawid H. ist heute – sechs Monate nach dem brutalen Angriff vor Aldi am Altonaer Bahnhof – ein Pflegefall. Laut Anklageverlesung ist der 37-Jährige bettlägerig, kann nicht sprechen und sich nicht selbstständig bewegen. Er wird sein Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen sein. Der Hintergrund der Gewalteskalation ist völlig unklar. Laut Verteidigung wird sich der Angeklagte im weiteren Prozessverlauf möglicherweise noch äußern.