3500 Euro pro Woche! Mann soll eigene Freundin auf den Strich gezwungen haben
Sie verdiente rund 3500 Euro pro Woche. Ein Mann soll seine Partnerin zur Prostitution getrieben und fast das ganze Geld für sich behalten haben – jetzt steht er vor Gericht.
Vor dem Amtsgericht Barmbek ist ein 31-jähriger Mann der Zuhälterei angeklagt. Ende 2018 soll er einer Frau eine Liebesbeziehung vorgespielt haben, um ihre Einnahmen aus der Prostitution in großen Teilen für sich zu behalten, so der Vorwurf.
Dafür habe er der Freundin suggeriert, dass er das Geld für die gemeinsame Zukunft verwenden wolle. Für ein Jahr soll sich dann das Opfer prostituiert haben, während der 31-Jährige die organisatorische Kraft hinter Terminen und Freiern war, so wirft es die Staatsanwaltschaft dem Mann vor.
Angeklagter soll Geld größtenteils selbst behalten haben
Die Frau verdiente mit ihrer Arbeit rund 3500 Euro pro Woche, doch das Geld soll hauptsächlich bei ihrem Partner geblieben sein. Der Prozess beginnt am Dienstag, den 17. Februar. Es sind mehrere Termine zur Verhandlung angesetzt.
Der Prozess ist kein Einzelfall. Im Sommer 2025 wurden zwei Männer vor dem Landgericht ebenfalls der Zwangsprostitution angeklagt. Einer von ihnen soll einer Frau auch eine Beziehung vorgespielt haben, um sie sodann zur Prostitution zu bewegen.
Das könnte Sie auch interessieren: Wie im Film: Hamburgs Super-Polizist hat „Tausende Gesichter im Kopf“
„Es fängt wie ein ganz harmloser Flirt an. Die Männer bauen eine Beziehung auf. Sie investieren wahnsinnig viel Zeit“, berichtete Anne W. der MOPO im April 2025. Sie arbeitet für die Diakonie und betreut Mädchen und Frauen, die in die Zwangsprostitution gezwungen werden. Häufig gehe dieser Prozess, den die Zuhälter/„Loverboys“ betreiben, mit einer Isolation des sozialen Umfelds einher, sodass die Männer die einzige Bezugsperson für die Frauen sind.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.