19-Jähriger wegen Vergewaltigung angeklagt: Opfer floh – und stürzte aus dem 6. Stock
Er ist gerade einmal 19 Jahre alt und steht wegen zweifacher Vergewaltigung vor Gericht. Über „Snapchat“ soll Hamsa M. ein 18-jähriges und ein 14-jähriges Mädchen in ein Wilhelmsburger Hochhaus gelockt haben, um sie sexuell zu missbrauchen. Eines seiner Opfer flüchtete voller Panik und stürzte von einem Balkon aus dem sechsten Stock. Die Details aus der Anklage sind „nicht schön“, wie der Vorsitzende Richter beim Prozessauftakt am Donnerstag sagte.
Hamsa M. sitzt im Anzug im Gerichtssaal. Die schulterlangen Haare streng zurückgegelt. Sein Blick ist ruhig und konzentriert, seine Körpersprache lässt anderes vermuten. Immer wieder spielt er an den Knöpfen seines Anzugs, er rutscht vor und zurück, fährt sich dabei mehrfach durch die Haare. Die Anschuldigungen wiegen schwer: Dem mittlerweile 19-Jährigen wird zweifache Vergewaltigung, Bedrohung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
18-Jährige stürzte auf der Flucht aus dem sechsten Stock
Der Angeklagte soll sich am 17. Januar über die App „Snapchat“ mit einer 18-Jährigen in einem Wilhelmsburger Hochhaus verabredet haben. Dort drohte er ihr laut Staatsanwaltschaft damit, sie zu töten. Außerdem soll er sie unter anderem zum Oralverkehr gezwungen haben.
Als der Angeklagte schließlich den Geschlechtsverkehr vollziehen wollte, ergriff die 18-Jährige die Flucht in den sechsten Stock. Dort sei sie voller Panik auf die Balkonbrüstung geklettert und mehr als zehn Meter in die Tiefe gestürzt. Wie durch ein Wunder überlebte sie schwer verletzt. Sie erlitt diverse Knochenbrüche und musste zwei Monate lang auf der Intensivstation behandelt werden.
Auch eine 14-Jährige soll der Angeklagte sexuell missbraucht haben
Am folgenden Nachmittag soll Hamsa M. sich bereits das nächste Opfer gesucht haben. Wieder habe er sich via „Snapchat“ im selben Haus verabredet – diesmal mit einer 14-Jährigen. Er soll sie mit einer ungeladenen Gaspistole gezwungen haben, ihr Handy abzugeben, damit sie keine Hilfe rufen kann. Dann soll er sie sexuell missbraucht, geschlagen und gewürgt haben.
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Die Details aus der Anklage seien „nicht schön“, sagt der Vorsitzende Richter. „Es geht hier um sehr junge Menschen“, erklärt er weiter. Die Verlesung der detaillierten Anklage findet daher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Der Prozess wird am 23. Juli fortgesetzt.