Gericht

18-Jähriger baut tödlichen Crash vor dem „Atlantic“: War das Mord?

Der völlig zerstörte BMW steht vor dem „Hotel Atlantic“, dahinter der Transporter, mit dem der Fahrer zusammengestoßen war (Archivbild).

Im Januar baute ein 18-Jähriger auf der Flucht vor der Polizei vorm „Hotel Atlantic“ einen schweren Unfall. Sein Beifahrer (35) kam dabei ums Leben. Nun muss sich der junge Fahrer vor Gericht verantworten.

Die Anklageliste ist lang: Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft dem 18-Jährigen Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge, Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahren ohne Fahrerlaubnis vor.

Rückblick: Zu dem folgenschweren Unfall kommt es am frühen Morgen des 31. Januar dieses Jahres. Unter dem Einfluss von Drogen soll der Angeklagte gegen mit einem BMW 320 die Fruchtallee in Richtung Innenstadt entlanggefahren sein. Auf dem Beifahrersitz sitzt ein 35-jähriger Mann.

Um 6.18 Uhr wird eine Polizeistreife auf den Wagen aufmerksam und will den Fahrer kontrollieren. Doch der ignoriert laut Anklage die Anweisungen der Beamten und gibt Gas. An der Kreuzung Schäferkampsallee/Kleiner Schäferkamp überfährt er eine rote Ampel. In Höhe Dammtorbahnhof beschleunigt er das Fahrzeug auf 107 km/h und fährt auf der Alsterglacis teilweise im Gegenverkehr, um seine Geschwindigkeit zu halten.

Gegen 6.20 Uhr verliert er an der Straße An der Alster, Ecke Holzdamm vor dem „Hotel Atlantic“ bei mindestens 115 km/h die Kontrolle. Das Auto gerät ins Schleudern und prallt frontal gegen einen Mercedes-Transporter. Sowohl Fahrer als auch Beifahrer des BMW erleiden lebensgefährliche Verletzungen und werden in ein Krankenhaus eingeliefert. Der 35-Jährige muss noch vor Ort reanimiert werden und auch während der Fahrt ins Krankenhaus kämpfen die Rettungswagenbesatzung und ein Notarzt um sein Leben. Doch auch eine Notoperation kann sein Leben nicht mehr retten.

Unfall vorm „Hotel Atlantic“: Fahrer wegen Mordes angeklagt

Der Fahrer des Transporters wird ebenfalls verletzt und leidet laut Staatsanwaltschaft bis heute an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Der BMW fuhr auf der Flucht vor dem „Hotel Atlantic“ in einen Transporter (Archivbild).

Die Anklage geht davon aus, dass dem Fahrer bewusst war, dass seine rasante Flucht einen schweren oder sogar tödlichen Unfall auslösen könnte. Trotzdem soll er dieses Risiko in Kauf genommen haben.

Am Dienstag wird ihm vor dem Landgericht Hamburg der Prozess gemacht. Aufgrund seines jungen Alters, kann das Gericht die Öffentlichkeit während der Verhandlung zum Schutz des Angeklagten ganz oder teilweise ausschließen.

Kommentare öffnen