Kenneth (kleines Foto) wurde schwerst verletzt am Göhlbachtal aufgefunden und verstarb später.

Kenneth (kleines Foto) wurde schwerst verletzt am Göhlbachtal aufgefunden und verstarb später. Foto: Lenthe-Medien / privat

Tod von Kenneth Obinna (24†): Jetzt spricht die Familie – und macht Polizei Vorwürfe

Der gewaltvolle Tod von Kenneth Obinna (24†) beschäftigt weiterhin die Ermittlungsbehörden. Denn der Fall wirft Fragen auf und ist noch lange nicht aufgeklärt. Die Familie des Getöteten leidet unter der Ungewissheit. In einem Fernsehbeitrag hat sie sich nun erstmals zu Wort gemeldet – und fordert Gerechtigkeit. Außerdem macht sie der Polizei Vorwürfe.

In der Nacht zum 7. Februar wurde der Student schwer verletzt an der Straße Göhlbachtal (Eißendorf) gefunden. Kenneth Obinna wurde in ein Krankenhaus gebracht, in dem er kurze Zeit später verstarb. Die Polizei ging schnell von einem Gewaltverbrechen aus und begann zu ermitteln.

Obinnas Familie fühlt sich von der Polizei nicht ausreichend informiert

Zunächst ging man davon aus, Kenneth und ein Freund seien von maskierten Tätern überfallen worden und dass der Schwerverletzte sich mit letzter Kraft die Straße Göhlbachtal geschleppt habe. Neue Ermittlungen führen jedoch in eine andere Richtung: Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass der oder die Täter aus dem Umfeld des Getöteten stammen. Und dass das Opfer von den Tätern zum Auffindeort gebracht wurde.


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Die Familie von Kenneth Obinna erfuhr von den neuen Ermittlungsergebnissen erst aus den Medien. Das berichtet sie in einem Beitrag der ZDF-Sendung „Hallo Deutschland“, wo sie sich erstmals öffentlich zur Tat äußert. In dem emotionalen Beitrag erheben die Hinterbliebenen schwere Vorwürfe, denn sie fühlen sich von der Hamburger Polizei nicht ausreichend informiert. „Wie kann es sein, dass wir das aus der Presse erfahren?“, fragt Kenneths Mutter.

Auch in der Tatnacht sei die Familie nicht sofort informiert worden. „Wären sie direkt zu uns gekommen, hätten wir ihn noch lebend sehen können“, sagt Kenneths Vater. Die Polizei hingegen gibt an, man habe versucht, die Familie rechtzeitig zu kontaktieren, habe in der Tatnacht aber niemanden erreichen können. Dass die Familie von den neuen Ermittlungsergebnissen aus den Medien erfahren musste, bedauert die Polizei und räumt auf Anfrage des ZDF Versäumnisse ein.

Kenneths Mutter: Ich dachte, wir wären hier sicher!

Aber die Familie hat noch mehr Fragen: „Wie kann so etwas in einer Stadt wie Hamburg passieren, ohne dass irgendjemand etwas gesehen hat?“, fragt Kenneths Mutter. „Ich dachte, wir wären hier sicher.“ Und: Warum durften sie den Leichnam von Kenneth erst zwei Wochen nach seinem Tod sehen? Warum haben sie immer noch kein Ergebnis der Obduktion erhalten?

Die Unklarheit über den Tod des geliebten Sohnes und Bruders ist für die Familie kaum zu ertragen. Kenneths Schwester hat daher einen Instagram-Account erstellt, um über den Tod ihres Bruders aufzuklären. Sie will so lange weitermachen, bis der oder die Täter gefasst sind. Für Samstag, den 2. Mai, organisiert sie einen Gedenkmarsch für ihren Bruder unter dem Motto „Gerechtigkeit für Kenneth Obinna“. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Bahnhof Wilhelmsburg.

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Trotz intensiver Ermittlungen hat die Polizei bislang keine Spur von den Tätern. Deshalb hat sie eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Diese werden unter Tel. (040) 4286 56789 entgegengenommen.

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