Ratgeber
Gemeinsame Konten nach der Trennung: Wenn der Ex zum Stalker wird
Das Cybersicherheitsunternehmen NordPass warnt: Vergessene Passwörter und gemeinsame Konten können nach dem Beziehungs-Aus zum Sicherheitsrisiko werden.
Die Schlüssel sind zurückgegeben, die Kisten gepackt – doch digital ist der Ex womöglich noch immer mittendrin. Das Cybersicherheitsunternehmen NordPass warnt vor einer oft vergessenen Gefahr nach dem Beziehungs-Aus.
Netflix, Online-Banking, Standortfreigabe, E-Mail-Konto oder Überwachungskamera: Viele Paare teilen während ihrer Beziehung Passwörter und Zugänge. Nach der Trennung bleiben diese laut NordPass häufig weiterhin aktiv.
Warum auch eine „digitale Trennung“ wichtig ist
Das kann weit über ein weitergenutztes Streaming-Abo hinausgehen. Ex-Partner könnten weiterhin den Standort verfolgen, auf private Fotos und Nachrichten zugreifen oder vernetzte Geräte in der Wohnung steuern. Gemeinsam genutzte Zugangsdaten können so zum Werkzeug für Kontrolle, Belästigung oder digitales Stalking werden.
NordPass spricht vom „digitalen Verweilen“: Ex-Partner haben nach dem Ende der Beziehung weiterhin Zugriff auf sensible Konten. Besonders wichtig sei es, das persönliche E-Mail-Konto zu schützen. Das Unternehmen bezeichnet die primäre Mailadresse als „Tor zum gesamten digitalen Leben“.
Digitale Trennung: Diese zwölf Schritte empfiehlt NordPass
1. E-Mail-Konto absichern
Ändern Sie das Passwort Ihrer wichtigsten E-Mail-Adresse und überprüfen Sie auch die hinterlegten Sicherheitsfragen.
2. Wiederherstellungsdaten kontrollieren
Stellen Sie sicher, dass sämtliche Ersatz-Mailadressen und Telefonnummern ausschließlich Ihnen gehören. Kontaktdaten des Ex sollten entfernt werden.
3. Zwei-Faktor-Anmeldung aktualisieren
Prüfen Sie, mit welchem Gerät oder welcher App die Multi-Faktor-Authentifizierung verbunden ist. Zugriff darauf sollten nur Sie selbst haben.
4. Zahlungsdienste überprüfen
Ändern Sie die Zugangsdaten für PayPal und andere Bezahl-Apps.
5. Online-Banking neu absichern
Setzen Sie die Zugangsdaten für Giro-, Spar- und Anlagekonten zurück.
6. Gespeicherte Kreditkarten löschen
Entfernen Sie Ihre Kreditkarten aus gemeinsam genutzten Konten bei Amazon und anderen Onlineshops.
7. Smart-Home-Zugänge entziehen
Widerrufen Sie den Zugriff auf WLAN-Router, Überwachungskameras und smarte Türschlösser.
8. Streaming-Passwörter ändern
Ändern Sie die Zugangsdaten für Netflix, Spotify und Disney+, damit der bisherige gemeinsame Zugriff nicht bestehen bleibt.
9. Von allen Geräten abmelden
Nutzen Sie in den Kontoeinstellungen die Funktion „Von allen Geräten abmelden“. Dadurch werden bisherige Anmeldungen ungültig.
10. Geräte-PINs austauschen
Ändern Sie die Passwörter und Entsperrcodes auf Smartphone, Tablet und Laptop.
11. Standortfreigaben stoppen
Deaktivieren Sie „Wo ist?“-Berechtigungen und freigegebene Karten, über die Ihr Standort in Echtzeit übertragen wird.
12. Cloud-Zugänge überprüfen
Setzen Sie die Passwörter für Ihre Apple-ID oder Google Drive zurück, um die automatische Synchronisierung privater Fotos und Nachrichten zu stoppen.
Der Rat des Unternehmens: Nach einer Trennung sollten nicht nur die Wohnungsschlüssel zurückgegeben, sondern auch sämtliche digitalen Ersatzschlüssel ausgetauscht werden.
Sie sind bereits M+ Abonnement?