Geheime grüne Oasen: Wo Hamburg im Sommer am schönsten blüht
Lieblingsplätze an heißen Sommertagen? Am Wasser, ganz klar. Oder zumindest im Grünen. Wer keinen eigenen Garten hat, sucht sich einen. Mitten in Hamburg entstehen immer mehr Gemeinschaftsgärten. Rückzugsorte, Treffpunkte zum gemeinsamen Gärtnern und manchmal liegen sie sogar am Wasser. Und manchmal sind sie gar nicht so leicht zu finden. Wir haben uns auf die Suche gemacht.
Vision einer besseren Welt
Bis vor knapp zehn Jahren hatten auf dem Gelände an der Georg-Wilhelm-Straße 322 in Wilhelmsburg eine LKW-Werkstatt und eine Bäckerei ihren Standort, heute wachsen hier Bohnen, Mohrrüben und Johannisbeeren. In der Projektküche lernen Schüler oder Teilnehmer spezieller Kochkurse, Reste zu verwerten. Weggeworfen wird hier nichts. Jeder ist eingeladen, bei Minitopia Visionen von nachhaltigem Leben mitzuentwickeln.
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Oase im Oberhafen
Hinter der Halle 4 im Oberhafenquartier verbirgt sich ein langgezogener Park direkt am Wasser. Seit 2018 verwandeln Freiwillige die Fläche in ein schöneres und grüneres Stückchen Erde. Immer freitags ab 14 Uhr kann jeder mithelfen, dass das Stück Land zu einem attraktiven Garten wird. Zugleich ist hier der Standort von „Grau trifft Grün“. Das Unternehmen hat sich auf die Gestaltung von mobilen Beeten spezialisiert und beschäftigt als soziales Projekt auch Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Kiez wird Grün
Mitten auf dem Spielbudenplatz gibt es einen Biergarten der besonderen Art. Die Betreiber des Kiez Gardens sind davon überzeugt, dass der Kiez grüner werden muss. Zwischen dachbegrünten Containern stehen viele Pflanzen, die aufgepäppelt werden. Wer keinen grünen Daumen hat, kann seine kümmerlichen Pflänzchen und Blumen abgeben oder anonym in die Blümchenklappe legen – dann bekommen sie auf St. Pauli ein neues Leben. Noch mehr Grün finden Garten-Freunde seit fünf Jahren auf dem Garten Deck im Betty-Heine-Stieg neben der Geschäftsstelle von Hamburg-Leuchtfeuer. Wer mitgärtnern möchte, kann samstags zwischen 15 und 17 Uhr vorbeikommen oder einfach gucken, ob jemand da ist.
Garten hinter den Gleisen
Hier soll ein Garten sein? Im Münzviertel, zwischen Gleisen und Hausfassaden ist erstmal nichts Grünes zu sehen. Um zum Münzgarten zu kommen, muss man durch den Hauseingang Nr. 11 in der Rosenallee gehen. Ein kleiner Ort der Ruhe, der gemeinschaftlich von den Anwohnern betreut und bepflanzt wird und zum Teil barrierefrei ist, so dass er auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden kann.
Säen und Ernten in Eimsbüttel
Aus einer tristen Grün- und Schotterfläche ist in etwa zehn Jahren Gemeinschaftsarbeit der Stephanusgarten in Eimsbüttel geworden. Entstanden sind 23 Beete auf 700 Quadratmetern Fläche. Immer samstags nachmittags von 13.30 bis 16 Uhr treffen sich alle, die mitarbeiten möchten, im Garten an der Lutterothstraße (Höhe Nr. 100).
Viertel der bunten Beete
Schön anzusehen sind die bunten Beete rund um die Feuerwache in der Neustadt. Anwohner haben sie gestaltet. Mal blühen hier bunte Blumen, ein paar Schritte weiter gibt es eine Mitmachstation mit Spieltafeln und Straßenkreide für Kinder. Eine gute Idee, zum Nachmachen empfohlen.
Hühner, Bienen, Spielwiese
Der Luthergarten am Holstenkamp 87 in Bahrenfeld ist nicht einfach nur eine Grünfläche, sondern ein Ort der vielen Möglichkeiten. Unter dem Motto „Zusammenwachsen und zusammen Wachsen“ betreibt die Luthergemeinde mit Hilfe zahlreicher Ehrenamtlicher das Gartenprojekt. Auf dem 14 000 Quadratmeter großen Gelände ist Platz für eine Spielwiese, ein Backhaus, Gemüse- und Blumenbeete. Bienen fühlen sich genauso wohl wie die Hühner im Luthergarten. Immer wieder gibt es Veranstaltungen wie Gottesdienste unter freiem Himmel, Open-Air-Kino oder Mitmach-Tage mit Lagerfeuer für Schüler. Jeden ersten Samstag im Monat lädt der Garten zum öffentlichen Aktionstag ein.