Die ehemalige Geflüchtetenunterkunft in Sülldorf soll nun zu einem Studiheim werden – günstige Miete gegen Engagement.

Die ehemalige Geflüchtetenunterkunft in Sülldorf soll nun zu einem Studiheim werden – günstige Miete gegen Engagement. Foto: Apple Maps

Geflüchtetenunterkunft wird Studiheim: 270 Euro Miete – und ein kleiner Haken

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Im Hamburger Westen entsteht das vielleicht ungewöhnlichste Studiheim der Stadt. Für 270 Euro Kaltmiete gibt es ein 14,5-Quadratmeter-Zimmer. Die Bedingung: Pro Monat muss jeder Bewohner zehn Stunden ehrenamtliche Arbeit leisten.

Die 14 gelben Holzhäuser liegen in Sülldorf, umgeben von Feldern. Bisher lebten hier Geflüchtete und Obdachlose in einer Unterkunft, betrieben vom Sozialunternehmen Fördern und Wohnen. Nun lief der Pachtvertrag aus, die letzten Bewohner zogen aus – eigentlich sollten die Gebäude Ende März abgerissen werden.

Arbeiter-Samariter-Bund wurde selbst neuer Pächter

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) stoppte die Pläne und wurde selbst neuer Pächter. Aus der ehemaligen Geflüchtetenunterkunft wird für die nächsten 20 Jahre ein Wohnheim. Es fehlt nur noch eine letzte Unterschrift des Bauausschusses. Dann können in Zukunft etwa 100 junge Menschen auf dem Gelände eine Bleibe finden.

Trotz der Lage im Grünen ist die Anbindung gut: Vor der Tür fahren Busse, der S-Bahnhof Sülldorf ist nicht weit. Jedes Haus besteht aus zwei Wohnungen mit jeweils sechs Zimmern, zwei Bädern und einem Aufenthaltsraum. Aktuell werden die Wohnungen renoviert, doch schon im Mai könnten die ersten Menschen einziehen.

Studiheim in Sülldorf: 270 Euro Miete gegen Engagement

Die Kaltmiete beträgt 270 Euro im Monat. Hinzu kommen etwa 150 Euro für Nebenkosten wie Wasser, Heizung und Strom. Internet ist inklusive. Im Gegenzug sollen sich die Bewohner im Rahmen des ASB engagieren. Wie, steht ihnen offen: von der Unterstützung bei der Veranstaltung von Seniorentreffs über die Mithilfe bei der Lebensmittelausgabe bis zu Aufgaben als freiwilliger Zivil- und Katastrophenschutzhelfer.

„Jetzt braucht es Wohnraum für junge Menschen und jetzt braucht es ziviles Engagement“, sagt Günter Arndt, Vorstandsmitglied im ASB Ortsverband Hamburg-Mitte. Er begleitet das Projekt von der Idee bis zur Umsetzung – ein konkretes Vorbild gab es nicht.

AStA der Uni Hamburg soll begeistert sein

Von den Rissenern und Sülldorfern habe das Projekt viel Zuspruch erfahren. Auch der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni Hamburg hat das Grundstück schon besucht. „Sie waren begeistert“, berichtet Arndt.

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Nun sucht der ASB nach engagierten, jungen Menschen. „Jeder, der am Gemeinwohl Interesse hat, wird sich dort wohlfühlen“, sagt Arndt. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Studierende und Auszubildende. Wer einziehen möchte, muss sich online bewerben – und bereit sein, sich neben Studium und Ausbildung aktiv einzubringen.

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