Garantiert gute Geschenke: Die besten Kochbücher für Weihnachten

Sam Cooper baut Gemüse an und fermentiert es
Sam Cooper (r.) baut Gemüse an und fermentiert es

Kochbücher sind häufig Staubfänger in Bücherregalen, in der Regel Hardcover, mittlere bis riesige Wälzer, Sammlungen, Trenderklärer, schnell wieder vom Markt oder in 20. Auflage verfügbar. Und weil es so viele gibt und auch so viele wirklich unnötige, haben wir uns vor Weihnachten den aktuellen Markt angeschaut. Natürlich könnten wir an dieser Stelle alle Werke von Yotam Ottolenghi empfehlen. Weil: Da liegt man nicht daneben. Aber natürlich gibt es noch viel mehr. Um möglichst eine große Bandbreite zu bekommen, haben wir für Sie in Büchern über aktuelle Trends, saisonale Küche und von bekannten Köchen geblättert. Hier eine Auswahl an Empfehlungen.

Sauer macht luftig: Backen mit Sauerteig

Einfach Backen mit Sauerteig

Seit ein paar Jahren gehört Sauerteig zur Grundausstattung einer jeden Hobbyküche. Kein Kühlschrank ohne müffelnde Pampe im Schraubglas. Und das auch völlig zu Recht. Der Superstar der Backszene macht aus schnöden Broten kleine Geschmacksbomben. Christina Bauer aus Österreich zeigt, dass das weit übers Brot hinausgeht. Die sympathische Bäuerin, die wie viele Back-Influencer Quereinsteigerin ist, begeistert ihre Fans regelmäßig auch mit süßen Rezepten wie Himbeerbuchteln oder Bananenbrot. Im Löwenzahn-Verlag ist ihr Allgemeinwerk „Einfach backen mit Sauerteig“ erschienen. Insgesamt gibt es 60 überwiegend klassische Rezepte, eine Anleitung für Sauerteigansätze mit Weizen- und Roggenmehl, etwas Herkunftsgeschichte und jede Menge ansprechender Fotos.

Löwenzahn, 200 S. 29,90 Euro

Es geht ans Eingemachte: So fermentieren Sie richtig

Buchcover Fermentieren

Supermarkt-Regale sind mittlerweile voll mit Kimchi-Variationen. Bei dem Gericht aus der koreanischen Küche werden Gemüsesorten, in der Regel Kohl und Rettich, durch Milchsäuregärung fermentiert. Seit Jahrtausenden werden Lebensmittel mithilfe von Bakterien, Hefen oder Pilzen haltbar gemacht. Nebeneffekt: Die Nahrungsmittel werden besser verträglich und die Vielfalt der Darmbakterien erhöht. Klar, dass immer mehr Leute die Produkte nicht nur kaufen, sondern auch selbst herstellen möchten. Der Brite Sam Cooper ist einer der weltweit gefragtesten Experten auf dem Gebiet der Fermentation und hat mit „Fermentieren“ ein Grundlagenbuch geschrieben, das sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene interessant sein dürfte. Er verspricht Rezepte und Techniken für Geschmack, „den man nicht kaufen kann“. Von Milchprodukten über Lakto-Beeren, Kräuterlimonaden mit Hefepilzen, Essig oder essbare Schimmelpilze bekommen Interessierte einen guten Einblick. Die Aufmachung des Buches ist gelungen, auch wenn viele Produkte optisch keine Highlights sind.

DK Verlag, S. 224, 19,95 Euro

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The Duc Ngo: Der Geheimtipp unter den TV-Köchen

Buchcover The Duc Ngo

Der Papa Chinese, früh gestorben, er selbst geboren in Hanoi/Vietnam, geflohen über Hongkong nach West-Berlin, erster Gastro-Job bei McDonald’s: The Duc Ngo hat eine Vita, die sich gut erzählen lässt auf dem Weg zu einem der angesagtesten Köche des Landes. Der 50-Jährige tritt regelmäßig in Koch-Shows auf, hat zahlreiche spannende Restaurants eröffnet, sein Stil gilt als prägend für die asiatische Küche in Deutschland. Nun hat er ein Buch geschrieben, das schlicht seinen Namen mit dem Untertitel „Neue asiatische Küche“ trägt und damit beginnt, dass Tim Mälzer & Co. mit kurzen Grüßen für Ngo werben. An dieser Stelle sei gesagt: völlig unnötig. Denn der Berliner, der vor allem japanische Küche liebt, ist ein Genie am Herd, seine Gerichte spannend, authentisch, überraschend. In zahlreichen Kapiteln, in denen er seine Geschichte anhand seiner Restaurants erzählt, gibt es Rezepte aus den jeweiligen Gastronomien, viele mit familiärem Ursprung. Es ist ein Buch für Menschen, die gerne ambitioniert kochen und alles aus dem Meer lieben. Die Fotos von Steffen Sinzinger, selbst ein richtig guter Koch, machen Spaß. Ein gelungenes Gesamtwerk.

DK, 272 S., 34,95 Euro

Ottolenghis Erbin: Buch über jüdische Küche

Kochbuch Cover Nosh

„Ich werde nie etwas braten, backen, kochen oder anders zubereiten, das mit den Erinnerungen an Ihre Jugend vergleichbar ist.“ Schreibt Esther Erwteman in ihrem Buch „Nosh“. Und doch geht es bei ihr eigentlich genau darum: Erinnerungen bewahren, Rezepte, Geschichten ihrer jüdischen Familie. Alles vegetarisch, alles von ihr interpretiert. „Nosh“, das bereits vor fünf Jahren in den Niederlanden veröffentlicht wurde und nun in Erstauflage auch auf Deutsch, ist also nicht nur ein Kochbuch. Die Autorin erklärt die jüdischen Feste und Feiertage, die dazugehörigen Speisen und ihre Bedeutung wie die braunen Eier für den Schabbat, die ihre ehemalige Schwiegermutter, die aus dem Irak fliehen musste, immer zubereitete – mit Kaffeesatz und Schwarztee. Überhaupt ist dieses Buch eine umfassende Sammlung von Rezepten aus vielen Teilen der Welt, in der Juden leben oder gelebt haben, mit tollen Fotos, charmanten Geschichten, die Lust aufs Nachkochen machen.

Knesebeck, 272 S., 26 Euro

Geniale Saucen: Das neue Standardwerk von Jens Rittmeyer

Buchcover Saucen

Es gibt Menschen, die stellen ihr Licht eher unter den Scheffel. Die wissen, dass sie gut sind, versuchen es aber nicht so sehr raushängen zu lassen. Im Bereich der gehobenen Gastronomie wird die Dichte derer, die gerne betonen, dass sie Giganten am Herd sind, dagegen immer größer. So gefiel Jens Rittmeyer, einem der zweifelsohne besten Köche des Landes, die Bezeichnung eines Genuss-Bloggers, der ihn „Saucengott“ taufte, so gut, dass er es fortan auf seiner Kochschürze trug. Man kann das finden, wie man will, aber die Bezeichnung passt bei ihm halt auch recht gut, denn Rittmeyers Saucen setzen Maßstäbe. Sein Wissen teilt er unter dem schlichten Titel „Saucen“ auf 224 Seiten. Und wirklich alles ist enthalten: Frankfurter Grüne Sauce, Bolo (heißt hier natürlich anders!) oder Beurre Blanc. Rittmeyer doziert über Knochen im Bräter, Haltbarkeit von Mayonnaise, Saucenreifung und den Einsatz von Alkohol. Das Buch ist umfassend, na klar, schön fotografiert, ein wirklicher Schatz an Tipps, aber vor allem ein Werk für ambitionierte Köche. Steht auch auf dem Umschlag drauf: exzellente Rezepte, Grundlagen und Profiwissen. Wer es sich zutraut, wird nicht enttäuscht.

Matthaes, 224 Seiten, 49,90 Euro

Hier steht wirklich alles drin

Buchcover Chemie des Backens

Schon auf dem Buchcover wird gelobhudelt. „Jede Seite ist eine Masterclass des besseren Backens“, steht da. Ein Urteil des Briten Nigel Slater, Koch-Kolumnist beim „Observer“. Auf der Rückseite geht es mit wohlwollenden Einschätzungen der Star-Köche Jamie Oliver und Yotam Ottolenghi weiter. Und weil Nicola Lambs Buch „Die Chemie des Backens“ von „Times“ und „Sunday Times“ zum „Food Book“ des Jahres 2024 gekürt wurde, hat der backinteressierte Leser gleich einen Haufen Experteneinschätzungen zur Hand, ohne auch nur eine Seite gelesen zu haben. Es wäre ein Fehler, es dabei zu belassen, denn Lambs Buch ist eine Bibel für Hobbybäcker. Es wird wirklich alles erklärt, was beim Backen schiefgehen kann. Allein für das Schlagen von Eischnee erklärt sie sieben Arten – inklusive Weiterverwendung. Es gibt Wissenswertes zu Zutaten, Säuren, Texturen, Farben. Und logischerweise Rezepte ohne Ende. Kuchen, Ofengerichte, Brote, mit langer oder kurzer Teigführung, Süßspeisen aller Art. Kurz: Wer ein Gesamtwerk über die Kunst (und Fehler) des Backens sucht, hat es hier vor sich.

EMF, 352 Seiten, 35 Euro

Kochbücher sind häufig Staubfänger in Bücherregalen, in der Regel Hardcover, mittlere bis riesige Wälzer, Sammlungen, Trenderklärer, schnell wieder vom Markt oder in 20. Auflage verfügbar. Und weil es so viele gibt und auch so viele wirklich unnötige, haben wir uns vor Weihnachten den aktuellen Markt angeschaut. Natürlich könnten wir an dieser Stelle alle Werke von Yotam Ottolenghi empfehlen. Weil: Da liegt man nicht daneben. Aber natürlich gibt es noch viel mehr. Um möglichst eine große Bandbreite zu bekommen, haben wir für Sie in Büchern über aktuelle Trends, saisonale Küche und von bekannten Köchen geblättert. Hier eine Auswahl an Empfehlungen.