Ganz schlechte Neuigkeiten: Droht in Bergedorfs Innenstadt ein Jahr Stillstand?

Leerstand Bergedorfer City.
Am Sachsentor gab es zuletzt viel Leerstand, weil Läden aufgegeben haben. Die geplanten Neubauprojekte könnten für Belebung sorgen.

Bergedorf macht aus der Not eine Tugend. Die Schließung von Karstadt und Karstadt Sport war zwar ein herber Schlag für die Innenstadt, hat aber auch viel in Bewegung gesetzt. So sind die Pläne für Neubauten mit rund 200 Wohnungen direkt im Bereich der Fußgängerzone weit gediehen. Die Zeit drängt, denn die City blutet gerade im Bereich des Sachsentors aus. Doch jetzt platzt eine kleine Bombe, die bei Geschäftsleuten und Politik für Besorgnis sorgt.

Ein großes neues Wohn- und Geschäftshaus am Bergedorfer Markt (wo mittlerweile seit drei Jahren eine Baugrube klafft), ein weiterer großer Neubau dort, wo jetzt noch das alte Karstadt-Gebäude steht plus das „Wohnen am Schlosspark“ mit Geschäften und Gastro im Erdgeschoss auf der Fläche des Parkhauses hinter dem Karstadt-Hauptgebäude. Fast 200 neue Wohnungen könnten an diesen Standorten in Bergedorfs City im neuen Jahr endlich gebaut werden. Alles mit ansprechender Architektur.

Doch jetzt schlug ein Update ein, wie eine Bombe: Bei keinem dieser Projekte wird laut Bezirk im nächsten Jahr der Hochbau starten. Die MOPO fragte nach. Tatsächlich wurden für beide Ex-Karstadt-Projekte noch keine Baupläne eingereicht. Erst danach folgen laut Bezirkssprecher die städtebaulichen Verträge und erst dann die nötigen B-Plan-Verfahren. Ebenso beim Projekt an der Bergedorfer Schlossstraße.

Bergedorfer City: kein Neubau von Wohnungen 2026

Wie lang sich das alles noch hinziehen wird, sagt der Bezirk nicht. Aber offenbar ist noch ein sehr langer Atem nötig. Dabei könnte die Bergedorfer City dringend eine zügige Entwicklung gebrauchen. Zuletzt häuften sich die Geschäftsaufgaben in der Fußgängerzone, besonders im Bereich des Sachsentors.

Die alten Stuhlrohrhallen in Bergedorf.
Die alten Stuhlrohrhallen in Bergedorf bleiben erhalten, wenn das Neubaugebiet hier auf dem Gelände entsteht.

Beim Stuhlrohrquartier nahe des CCB soll die Vonovia-Tochter Buwog rund 1000 Wohnungen bauen. Auch da wird 2026 weiter an den Planungen gearbeitet und noch nicht gebaut.

Aber hier passiert was in Bergedorf im Jahr 2026:

Gewerbe: Der Körber Neubau im Innovationspark an der A25 nimmt immer mehr Gestalt an und soll 2026 fertig werden. Die Mitarbeiter ziehen dann voraussichtlich Ende des Jahres in den Neubau um.

Gleich zwei neue Schulen für Lohbrügge im Bau

Bildung: Lohbrügge bekommt zwei neue Schulen, das Bille-Gymnasium an der Billwerder Straße ist bereits im Bau und die ersten Schüler sollen im Sommer eingeschult werden. Auch die Stadtteilschule Leuschnerstraße startet bereits 2026 mit den 5. Klassen, obwohl dann der Neubau auf dem Schulhof der Grundschule noch nicht ganz fertig ist.

Der Neubau von Körber Technologies nimmt Gestalt an.
Der Neubau von Körber Technologies an der A25-Abfahrt nimmt Gestalt an.

Oberbillwerder: Etwas sichtbarer voran geht es mit den Vorbereitungen in Hamburgs 105. Stadtteil Oberbillwerder mit 6000 bis 7000 Wohnungen, da werden 2026 zumindest schon einmal die Baustraßen angelegt. Vom Hochbau kann in diesem Jahr aber noch längst keine Rede sein. Auch bei den vielen geplanten Wohnungen entlang des Schleusengrabens direkt in Bergedorf wird zwar schon Boden bewegt, aber auch da startet der Bau von 710 Wohnungen im Weidenstiegviertel längst noch nicht.

Neuer zentraler Rad- und Fußweg mit Brücke: Dafür ist die im Weidenstiegviertel geplante Freizeit- und Parkfläche bereits in Arbeit und wird 2026 schon nutzbar sein. Im Sommer ist dann auch endlich die bereits Mitte November 2025 eingehobene Brücke für Fußgänger und Radfahrer über den Schleusengraben fertig eingebaut und verbindet die Neubaugebiete rechts und links des Grabens. Dann können Fußgänger und Radfahrer bequem entlang des Schleusengrabens in die Bergedorfer City gelangen, ohne große Straßen wie den Sander Damm kompliziert passieren zu müssen.

Das passiert 2026 in Hamburgs Bezirken

Verkehr: Die Deutsche Bahn meldet, dass sie im Zeitplan liegt bei der Generalsanierung auf der Strecke Hamburg-Berlin. Musik in den Ohren von ÖPNV-Nutzern, denn dann wird der Schienenersatzverkehr mit Bussen wohl planmäßig Ende April enden und die regulären S-Bahnen fahren wieder.

Natur: In der Boberger Niederung wurde im November mit dem Bodenaustausch der mit Dioxin kontaminierten Flächen begonnen. 7400 Kubikmeter belastete Böden werden derzeit abtransportiert und entsorgt. Danach werden 4700 Kubikmeter unbelastete Böden neu aufgebracht. Es dauert allerdings, bis die Arbeiten abgeschlossen (Ende 2027) und die Wanderwege im beliebten Naturschutzgebiet wieder bepflanzt sind und genutzt werden können (2028).

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Die schon seit drei Jahren gesperrte Liegewiese am Tatenberger Deich wird voraussichtlich 2026 saniert. Dort an der Dove Elbe wurde belastetes Spülgut beprobt und es muss Boden ausgetauscht werden. Die Arbeiten starten im April 2026 und sind im August abgeschlossen. Doch danach muss erst mal der Rasen wieder wachsen, so dass sie wohl in der Badesaison noch nicht freigegeben ist.