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G20-Fahndung : Polizei veröffentlicht neue Fotos

Knapp ein Jahr nach den schweren Ausschreitungen beim G20-Gipfel und sechs Monate nach der ersten umstrittenen bundesweiten Foto-Fahndung nach möglichen Tätern hat die Polizei am Mittwochmorgen nun nachgelegt: Die Sonderkommission „Schwarzer Block“ veröffentlichte weitere 101 Bilder, die Männer und Frauen bei, kurz vor oder nach einer mutmaßlichen Straftat zeigen. 

Mehr als 10.000 Hinweise und sieben Terrabyte an Videomaterial gingen bei der Polizei seit der ersten Großfahndung im Dezember ein. Allein 2,5 Millionen Menschen besuchten am ersten Tag der damaligen Fahndung das Polizeiportal.   

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Polizei-Pressesprecher Zill präsentiert die neuen Fahndungsfotos.

Foto:

dpa

„Durch die erste Foto-Fahndung konnte bisher zwei Mal Anklage und einmal Strafbefehl erhoben werden. In 32 weiteren Fällen laufen die  Ermittlungen noch“, so Oberstaatsanwalt Michael Elsner. Im Großen Sitzungssaal des Polizeipräsidiums in Winterhude präsentierte er mit Polizeipressesprecher Timo Zill nun den neuen Schwung Fahndungsbilder. 

Polizei zieht erste G20-Fahndungsbilanz

Zu den 74 Personen aus der ersten Foto-Fahndung, die noch nicht identifiziert sind, kommen jetzt 101 weitere Verdächtige dazu. 

Die bisherige Gesamtbilanz zu G20: Mehr als 3200 Ermittlungsverfahren führte die Soko zu Höchstzeiten. 40 Täter wurden wegen verschiedener Delikte, unter anderem Plünderung, Landfriedensbruch, Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Strafen reichen von Geldbußen bis zu dreieinhalb Jahre Haft. 

Die Polizei schätzt, dass in den Gipfel-Tagen vom 6. bis zum 8. Juli 2017 zwischen 5000 und 6000 Täter in der Hansestadt aktiv gewesen seien. Darunter auch eine Vielzahl von Personen aus dem Ausland. Daher fahnden die Ermittler seit Mitte April auch in 15 anderen europäischen Ländern, darunter Griechenland, Spanien, Italien und Großbritannien, nach 91 Personen. 

Scharfe Kritik an der G20-Großfahndung

Die Reaktionen auf die Veröffentlichung der Bilder im Dezember waren geteilt, es gab viel Kritik an der Großfahndung.  Befürworter hielten die Maßnahme für notwendig, um mutmaßliche Straftäter mit aller verfügbaren, polizeilichen Härte verfolgen zu können. Zahlreiche Kritiker sahen in der Aktion eine unverhältnismäßige Verletzung der Grundrechte. 

Zudem wird vor allem aus dem linken Spektrum kritisiert, dass die Aufklärung von mutmaßlicher Polizeigewalt deutlich weniger intensiv vorangetrieben wird. Der aktuelle Stand hier: 39 Verfahren wurden bereits mangels Beweisen eingestellt, laut Staatsanwaltschaft konnten nur 38 Polizisten namentlich identifiziert werden.