Für Olympia! Hamburg plant gigantische Hyperloop-Strecke

Hyperloop-Röhre
In einer Hyperloop-Röhre können Kapseln mit Personen transportiert werden.

Noch klingt es mehr nach Science-Fiction als nach einem tatsächlichen Szenario: Hamburg plant an einer Teststrecke für Hyperloop-Technologie. Dabei handelt es sich um eine Vakuum-Röhre, die Geschwindigkeiten bis zu 1000 Kilometer pro Stunde erlaubt. Einen neuen Schub könnte diese Idee jetzt durch Olympia bekommen – mit einer Strecke in eine norddeutsche Großstadt.

Hamburg will sich wieder für Olympia bewerben, das Konzept stellten der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), Sportsenator Andy Grote (SPD) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am vergangenen Wochenende vor: Unter anderem sind ein Stadion-Neubau mit 60.000 Plätzen neben dem Volksparkstadion und ein Olympisches Dorf in der Science City geplant, das später in einen Wohncampus für Studierende und Forschende umgewandelt werden soll.

Olympia in Hamburg: Neuer Aufwind für den Hyperloop?

Teil dieser Olympia-Pläne soll jetzt auch der Hyperloop sein. Das berichtete zuerst die „Bild“. Im Fokus: Eine Teststrecke von Hamburg nach Kiel, denn immerhin sollen bei einer erfolgreichen Bewerbung in der schleswig-holsteinischen Hauptstadt unter anderem die Olympischen Segelwettbewerbe ausgerichtet werden.

In der Vakuum-Röhre des Hyperloop können Passagiere mit Kapseln, auch Pods genannt, in der Theorie auf bis zu 1000 Kilometer beschleunigt werden. Dafür wäre laut Professor Walter Neu allerdings eine zu hohe Beschleunigung nötig und der Bremsweg „gigantisch“. „Aber 500 Kilometer pro Stunde wären denkbar im Personenverkehr“, sagte Neu bereits der MOPO. Er betreut zusammen mit seinem Kollegen Professor Thomas Schüning eine Testanlage in Emden.

Theoretisch könnten zwar auch ICE oder das französische Pendant, der TGV, solche Geschwindigkeiten erreichen, allerdings würde sich der Energieaufwand verachtfachen und der Verschleiß wäre „extrem“. Denn während der ICE Luft wegschieben muss, saust die Hyperloop-Kapsel fast ohne Widerstand durch die Vakuum-Röhre.

In Groningen laufen bereits erste Tests mit Hyperloop-Personenkapseln.
Im niederländischen Groningen laufen bereits erste Tests mit Hyperloop-Personenkapseln.

Im April war bekannt geworden, dass Hamburg eine 420 Meter lange Hyperloop-Teststrecke entlang der Autobahn A24 zwischen dem Horner Kreisel und Jenfeld plant. So steht es im „Letter of Intent“, also der Absichtserklärung des Senats und auch im neuen Koalitionsvertrag von SPD und Grünen ist diese Technologie explizit erwähnt. Mögliche Strecken, die infrage kommen: Hamburg-Berlin und Hamburg-Kiel. Wegen Olympia könnte diese bislang auf Hamburg beschränkte Teststrecke jetzt bis nach Kiel verlängert werden – und wäre die mit Abstand längste Hyperloop-Röhre Europas.

Allerdings: Im September 2026 will der Deutsche Olympische Sportbund erst einmal festlegen, ob die Hamburger Bewerbung überhaupt beim Internationalen Olympischen Komitee eingereicht werden soll. Davor muss zudem auch noch die Hamburger Bevölkerung zustimmen, die den Plänen 2015 immerhin einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte.

So weit sind aktuell die Planungen für den Hyperloop in Hamburg

Voraussetzung für die Hyperloop-Strecke nach Kiel ist außerdem, dass zunächst die Hamburg-interne Strecke klappt. Dafür werden laut Verkehrsbehörden-Sprecherin Renate Pinzke zunächst die Fahrzeuge entwickelt, bevor in einem zweiten Schritt die Strecke geprüft wird. Genauere Daten nennt sie allerdings noch nicht.

Kritik an den Plänen hatten zuletzt die Hamburger Linken geäußert: „Die hohen Geschwindigkeiten berauschen anscheinend auch den Senat“, kommentierte Heike Sudmann das Vorhaben. Auf ihre letzte Anfrage, wie eine solche Hyperloop-Röhre zwischen Horner Kreisel und Jenfeld in den Bahn- und Busverkehr integriert werden soll, blieb der Senat ihr eine konkrete Antwort schuldig. „Die so angepriesene Technologieoffenheit darf nicht über die Stadtverträglichkeit gestellt werden“, fordert Sudmann.

Noch klingt es mehr nach Science-Fiction als nach einem tatsächlichen Szenario: Hamburg plant an einer Teststrecke für Hyperloop-Technologie. Dabei handelt es sich um eine Vakuum-Röhre, die Geschwindigkeiten bis zu 1000 Kilometer pro Stunde erlaubt. Einen neuen Schub könnte diese Idee jetzt durch Olympia bekommen – mit einer Strecke in eine norddeutsche Großstadt.