Für Großprojekt: Senat wird womöglich Teil der Alster trockenlegen
Es ist ein absolutes Mammutprojekt und die größte Investition, die Hamburg unter Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bislang getätigt hat: Die neue U-Bahn-Linie U5. Sie soll einmal auf 25 Kilometern Bramfeld im Osten mit den Arenen im Westen verbinden. Doch bis es so weit ist, wird es noch einige Jahre und viele Baustellen im gesamten Stadtgebiet brauchen. Dafür könnte sogar ein Teil der Außenalster trockengelegt werden.
Die Hochbahn baut für ihre neue U-Bahn-Linie 22 neue Haltestellen über die Stadt verteilt. Diese werden in offener Bauweise errichtet. Heißt vereinfacht, dass die Straße aufgerissen und in der entstandenen Baugrube die Station gebaut wird. Der Tunnel, durch den die U-Bahn fährt, wird mithilfe einer Tunnelbohrmaschine unterirdisch gegraben.
Das könnten die U5-Baustellen in Hamburg mit sich bringen
Für diese Bauarbeiten braucht man sogenannte oberirdische „Baustelleneinrichtungsflächen“, wo etwa schweres Gerät wie Betonsilos, Bohrgeräte oder Tunnelmaschinen gelagert werden. Das rief in Winterhude bereits Kleingärtner auf den Plan, deren gepachtete Fläche am Goldbekkanal dafür geprüft wird. Ganz in der Nähe am Borgweg entsteht ein neues Haltestellengebäude, an dem künftig die U5 auf die U3 trifft.
Aus Protest gründeten die Kleingärtner die Initiative „Stand Up Winterhude“ und sammelten bis Ende 2024 mehr als 6000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren. „Der Kampf geht weiter“, kündigte deren Sprecher im Januar an. Sollte der Bezirk Hamburg-Nord das Begehren als nicht verbindlich einstufen, würden sie klagen.
Und auch mitten in der Hamburger City sorgen die möglichen „Baustelleneinrichtungsflächen“ der U5 jetzt für Aufregung. Denn an der Ostseite der Außenalster, vor dem Hotel Atlantic und in der Hohenfelder Bucht, könnten künftig Flächen dafür aufgeschüttet werden. Wäre das der Fall, würden diese Abschnitte mithilfe von Spundwänden abgeteilt, leergepumpt und aufgeschüttet – und das für bis zu zehn Jahre. Der Vorsitzende des Hamburger Segel-Verbands, Oliver Kosanke, bezeichnete die Pläne im „Abendblatt“ als „Wahnsinn“.
Mögliche Alternativen wären an der Moorweide am Dammtorbahnhof oder im Lohmühlenpark in St. Georg. Doch auch da könnte Protest drohen. „Es gibt noch keine Entscheidungen bislang“, sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) jetzt am Montag. Sowohl Winterhude betreffend, als auch die Fläche an der Außenalster.
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Verzichten darauf könne man nicht. „Baustelleneinrichtungsflächen sind ein notwendiges Muss, um den Tunnel bauen zu können“, sagt der Geschäftsführer der U5-Projektgesellschaft, Klaus Uphoff. Diese dürften nicht weiter als fünf Kilometer vom Tunnel entfernt sein. „Wir sind ganz ergebnisoffen und untersuchen verschiedene Varianten.“ Das Ganze sei ein Prozess, der zusammen mit Behörden, den Bezirken und der Polizei abgestimmt werde. Die Entscheidung trifft am Ende die Planfeststellungsbehörde, die wiederum in der Wirtschaftsbehörde angesiedelt ist.
So groß könnten die Baustellen-Flächen der U5 werden
Uphoff rechnet vor: „Wenn wir eine Tunnelbohrmaschine unterbringen wollen, brauchen wir 7000 bis 8000 Quadratmeter. Wenn es zwei oder drei sind, multipliziert sich das entsprechend. Allerdings ist auch immer die Frage: Wollen wir vier kleine Flächen aufmachen oder eine große?“
Fest steht bislang nur eins: In den nächsten Jahren werden die Abstellflächen quer durch die Stadt noch für einigen Wirbel sorgen. Wie wird das erst im dicht besiedelten Eimsbüttel auf der anderen Seite der Alster? Tjarks verwies diesbezüglich auf einige mögliche Flächen bei der A7.