Für Autos tabu: Hier schwebt Hamburgs neue Vorzeigebrücke über die Elbe
Hamburg gilt als Brückenhauptstadt Europas – fast 2500 Bauwerke überspannen hier Wasser und Straßen, mehr als in Venedig und Amsterdam zusammen. Um den europäischen Spitzenplatz im Guinness-Buch der Rekorde zu verteidigen, hilft es sicherlich, ab und an eine neue aufzustellen. Und so kam am Montag eine weitere hinzu: Ein riesiger Schwimmkran setzte das erste Teilstück einer neuen Brücke ein, die zwei Stadtteile endlich direkt miteinander verbindet.
Eigentlich ist es von Rothenburgsort bis in die HafenCity nur ein Katzensprung, läge dazwischen nicht der Oberhafenkanal. Abhilfe schaffen soll die neue Brücke Entenwerder, die künftig vom westlichen Ende des Elbparks Entenwerder zur U- und S-Bahn-Station Elbbrücken führt. Am Montag hob ein Schwimmkran ein erstes Brückenteil zur Baustelle. Die Anfahrtsrampen, beziehungsweise Anfänge der Brücken sind auf beiden Seiten bereits montiert.
Neue Entenwerder Brücke nur für Radfahrer und Fußgänger
Für Autos ist die neue Brücke allerdings tabu. Die Brücke ist ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer gedacht. So wird es deutlich einfacher, aus dem südlichen Rothenburgsort zur S- und U-Bahn-Haltestelle zu kommen. Aber auch zur Arbeit oder zum Einkaufen in der HafenCity geht es so deutlich schneller. Für Bewohner der HafenCity ist es eine schöne Abkürzung, um ins Grüne zum Elbpark Entenwerder zu gelangen. Und wer gerne Fahrradtouren macht, kommt künftig ohne Umweg von der Hamburger City bis in die Vier- und Marschlande.
Nach dem Einsetzen folgt der Feinschliff: Die Brücke wird ausgebaut und die Wege zur Haltestelle Elbbrücken werden angepasst. Geplant ist ein 135 Meter langes und sieben Meter breites Bauwerk – mit Aufenthaltsbereichen an beiden Enden.
Nach Eröffnung der Brücke Mitte 2026 rechnet die Bauherrin, die städtische „Billebogen Entwicklungsgesellschaft“, mit einem erhöhten Fußgänger- und Radverkehrsaufkommen zwischen der HafenCity und dem Elbpark. Deshalb soll der Weg zwischen der Brücke und dem Alexandrastieg auf Entenwerder von aktuell drei auf vier Meter verbreitert werden.
Bei Baubeginn im Jahr 2023 musste die Stadt allerdings verkünden, dass für die Brücke insgesamt 45 Bäume gefällt werden müssen. Das sei nicht zu vermeiden, auch ein Umsetzen sei nicht möglich, da die Bäume „zu groß und zum Teil mit der Uferbefestigung“ verwachsen seien. Dafür entstehe in der Uferzone auf der HafenCity-Seite der 1,6 Hektar große Park Zweibrücken. Dort und entlang der Zweibrückenstraße sollen insgesamt 70 Bäume neu gepflanzt werden.