fritz-kola: Deutliche Kritik wegen Sponsoring des CDU-Parteitages
fritz-kola als Unterstützer der CDU? Klingt angesichts der Firmenphilosophie – immerhin verkauft fritz auch Socken mit seinem Logo und der Aufschrift „Links“ und „Auch Links“ – komisch im Sinne von seltsam. Nicht komisch im Sinne von witzig finden das allerdings manche Fans der Hamburger Limonade – und kritisieren das Unternehmen auf dessen Social-Media-Seiten. Einige rufen gar zum Boykott auf. Was ist da passiert?
Zusammenfassung:
- fritz-kola unterstützte den vergangenen CDU-Parteitag finanziell.
- Dafür hagelte es Kritik von Fans und Kunden auf Social Media.
- Das Unternehmen verteidigt das Sponsoring in einer Stellungnahme.
Ein kleines Unternehmen aus Hamburg, das den Giganten am Markt die Stirn bot und Werte hatte. Gegen Rassismus und Rechtsextreme, alternativ und rebellisch, links eben. Das hat fritz-kola groß und bei vielen Menschen als Alternative zu Weltunternehmen wie Coca-Cola oder Pepsi etabliert.
Das Ganze immer garniert mit einem Gespür für Werbung mit Haltung: So sorgte fritz-kola im Herbst 2020 mit einer provokanten Werbekampagne gegen Donald Trump für Aufsehen. Plakate zeigten eine Karikatur des damaligen US-Präsidenten und die zuckerfreie Cola von fritz mit dem Slogan „Zwei Nullen. Eine schmeckt.“ Ende 2025 verließ fritz-kola den Verband der Familienunternehmen, nachdem zu einem Parlamentarischen Abend des Verbandes in Berlin im Oktober auch Vertreter der in Teilen rechtsextremen AfD eingeladen wurden.
fritz-kola: Sponsoring von CDU-Parteitag ruft heftige Kritik hervor
Passt diese Haltung zu einem Engagement als Unterstützer des 38. CDU‑Bundesparteitages? Nein, findet zumindest eine große Zahl an Menschen, die seit Bekanntwerden des Engagements ihre Kommentare unter fritz-Beiträgen auf Social Media hinterlassen. fritz-kola setzte zur Erklärung an, die bereits vor der Bundestagswahl 2025 beginnt.
Damals unterstützte das Unternehmen nach eigener Aussage die demokratischen Parteien durch Spenden, um der AfD Stimmen abzujagen. Das Unternehmen hatte den gleichen Betrag an CDU, SPD, Grüne und FDP gespendet, die Linke nimmt hingegen keine Unternehmensspenden an.
Geschäftsführer begründet Sponsoring mit Sorge um Demokratie
Das sei fritz-kola nicht leichtgefallen, da man nicht immer die Positionen der einzelnen Parteien teile, jedoch sei es im Sinne der Demokratie und einer offenen Gesellschaft nötig, heißt es in der auf Instagram und Facebook veröffentlichten Stellungnahme von Gründer und Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert.

Weiter sagte Wiegert: „Um am Diskurs teilhaben zu können, sind wir Mitglied in Wirtschaftsverbänden der demokratischen Parteien: im Wirtschaftsrat der CDU, der Wirtschaftsvereinigung der Grünen und dem Wirtschaftsforum der SPD. Wir sind auch auf Die Linke zugegangen, haben aber leider keine Rückmeldung erhalten. Um weiteren Support zu leisten, haben wir vereinzelt Parteiveranstaltungen der Parteien der demokratischen Mitte unterstützt.“
Stellungnahme von fritz-kola sorgt überwiegend für negative Reaktionen
Die Reaktionen im Netz fallen dennoch negativ aus. „Wann gibt es die Friedrich-Merz-und-Jens-Spahn Edition? Ihr habt euch selber verraten“, schreibt da jemand auf Facebook, jemand anderes auf Instagram: „Eure Brause gab’s bisher für unsere Angestellten, Kollegen und Partner. Wir haben heute alles von euch aussortiert und kaufen nie wieder.“ Auch Boykottdrohungen und -Aufrufe finden sich dort, gepaart mit dem Vorwurf, dass fritz-kola keinen Betriebsrat habe: „Wann Betriebsrat? Ganz schlaue Idee. Erstmal n paar stabilen Kioskbesitzern stecken.“
Das Ansinnen von fritz-kola, die AfD zu schwächen, indem die anderen Parteien gestärkt wurden, erscheint nachvollziehbar, fällt den Machern nun aber dennoch auf die Füße. Das hat auch mit dem Image des Unternehmens zu tun und der transportierten linken Haltung, die logischerweise auch die entsprechende Klientel an Konsumenten anzieht.
Mag das Engagement im Vorwege der Wahl für den linken Kundenstamm vielleicht noch verschmerzbar gewesen sein (wenn es damals bekannt gewesen wäre), so reiben sich die Nutzer nach dem Sponsoring des CDU-Parteitages jetzt an mangelnder Haltung. Angeführt werden dabei die Entscheidungen und Aussagen der aktuellen Regierung, die ihrer Meinung nach mit einer linken Weltanschauung nicht vereinbar sind, beispielsweise Friedrich Merz‘ Stadtbild-Äußerung, Angriffe auf den Sozialstaat und das Infragestellen von Arbeitnehmerrechten.
Nicht zuletzt geht es in den Kommentaren allerdings auch um die Zuckersteuer, die fritz-kola ablehnt und stattdessen auf bewussten Konsum setzt. Auf dem Parteitag der CDU hatten die Anwesenden gegen besagte Steuer gestimmt, weshalb einige Kommentatoren fritz-kola hinsichtlich des Parteitag-Sponsorings Lobbyismus unterstellen.
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