Frau in Hamburg gefoltert: Verstörende Details und ein Knallhart-Urteil

In diesem Haus an der Elbchaussee misshandelte Jaser A. seine Ex-Freundin tagelang.
In diesem Haus an der Elbchaussee misshandelte Jaser A. seine Ex-Freundin tagelang.

Neun Jahre Knast mit anschließender Sicherungsverwahrung – so lautete das Urteil im Prozess vor dem Hamburger Landgericht gegen Jaser A. (31) am Donnerstag. Der bereits wegen Körperverletzung und anderer Gewaltdelikte einschlägig vorbestrafte Mann hatte im vergangenen Sommer seine Ex-Freundin entführt und fünf Tage lang in seiner Wohnung an der Elbchaussee in Othmarschen bestialisch misshandelt, mit dem Tode bedroht und mehrfach vergewaltigt.

In 24 Prozesstagen, die überwiegend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, wurde das Martyrium der 21-jährigen Amy P. (Name von der Redaktion geändert) aufgearbeitet und beschrieb eine kaum erträgliche Brutalität. Nicht ohne Grund hatte sich die attraktive junge Frau im vergangenen Jahr von Jaser A. getrennt und war untergetaucht. Doch dann wurde sie schwach und stimmte einem Treffen mit dem stämmigen Mann zu. Ein Albtraum begann, den die junge Frau fast mit ihrem Leben bezahlte.

Er drohte, ihr eine Machete in den Kopf zu rammen

Am Abend des 26. August 2023 trafen die beiden in Wilhelmshaven zusammen. Doch A. wollte nicht groß reden. Er soll direkt ein Messer gezückt und seine Ex-Freundin auf die Rückbank seines Autos gedrängt haben, in dem zwei seiner Begleiter saßen. Schon im Auto sei er auf sie losgegangen, habe ihr in den Arm gebissen und so fest mit dem Finger in ihr linkes Auge gedrückt, bis es blutete.

In seiner Wohnung an der Elbchaussee machte der Angeklagte der bereits schwer verletzten und zitternden Frau deutlich, dass Fluchtversuche zwecklos seien, hielt ihr ein Messer und Pfefferspray vor das Gesicht. Mindestens drei bis vier Mal soll Jaser A. sein Opfer dann vergewaltigt und mit dem Tod bedroht haben. „Er werde sie mit den Füßen in der Wohnung aufhängen, sie mit heißem Wasser übergießen, ihr die Gliedmaßen abschneiden und ihr eine Machete in den Kopf rammen“, hieß es in der Anklage.

Und die Gewaltorgie ging weiter: In den folgenden Tagen habe Jaser A. die 21-Jährige gefesselt und geknebelt. Dann schlug er sie mit einem Ledergürtel. Außerdem habe er sie so stark gewürgt, dass sie die Orientierung verlor. Mit großer Wucht soll er ihr mehrfach in den Rücken geboxt haben.

Jaser A. bestreitet alle Tatvorwürfe

Nach fünf Horror-Tagen sei es der schwer verletzten Frau gelungen, sich bei ihrem Vater zu melden, der umgehend die Polizei verständigte. Die Beamten befreiten die 21-Jährige, nahmen den Angeklagten fest und überführten ihn direkt in die Untersuchungshaftanstalt. Die beiden Verteidigerinnen hatten zu Prozessbeginn eine umfangreiche Erklärung im Namen ihres Mandanten abgegeben. Darin hatte Jaser A. die Tatvorwürfe bestritten.

Dies könnte Sie auch interessieren: Frau nach Hamburg verschleppt, vergewaltigt und brutal misshandelt

Nun muss er für neun Jahre in Haft und anschließend in Sicherungsverwahrung. Verurteilt wurde er unter anderem wegen Vergewaltigung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Bedrohung. Der Richter: „Wäre die junge Frau schwach gewesen, wäre sie an der Tat zerbrochen. Das ist sie aber nicht, Gott sei dank.“ Drei Zeugen hatten in dem Prozess behauptet, das Opfer habe freiwillig mitgemacht. „Wer’s glaubt, wird vom Papst selig gesprochen. Wir glauben es nicht“, so der Richter.

Den Angeklagten beschrieb der Richter in seiner Urteilsbegründung als „rücksichtslos, parasitär, manipulativ“. Im Dezember 2022 hatten Jaser A. und die junge Frau sich kennengelernt, kurze Zeit prostituierte sie sich für ihn. Als sie merkte, dass er sie nur ausnutzte, hörte sie wieder auf. Dadurch kam es zum Streit und später auch zur Trennung.

Der Richter sagte außerdem, dass der Rechtsstaat dem Opfer sehr dankbar sein könne, weil sie dafür gesorgt habe, dass seinem kriminellen Treiben ein Ende gesetzt werden konnte.