Flüchtlingsunterkunft in Duvenstedt: Bau verzögert sich – das steckt dahinter

Die Festwiese in Duvenstedt: Hier sollen bald 320 Flüchtlinge in einer neuen Unterkunft leben.
Die Festwiese in Duvenstedt: Hier sollen bald 320 Flüchtlinge in einer neuen Unterkunft leben.

In Hamburg müssen auch in diesem Winter wieder Zelte für Geflüchtete aufgebaut werden, weil die Unterkünfte alle belegt sind. Gleichzeitig verzögert sich eine große geplante Unterkunft in Duvenstedt erneut. Mehrere Nachbarn gehen rechtlich gegen die im Ort umstrittenen Pläne vor. Eigentlich hätten die Flüchtlinge längst eingezogen sein sollen.

Mehr als ein Jahr ist es her, dass der erste Bauantrag für eine große Flüchtlingsunterkunft nahe der Poppenbütteler Chaussee eingereicht wurde, jetzt, im Oktober hätten die ersten Flüchtlinge schon einziehen sollen. Der städtische Betreiber „Fördern und Wohnen“ plant auf der sogenannten Festwiese beim Freibad (Puckaffer Weg) den Bau von sieben Modulbauhäusern mit Platz für 320 Geflüchtete. Die Unterbringung ist auf zehn Jahre geplant. Doch noch immer ist vor Ort nichts passiert.

Duvenstedt: 320 Flüchtlinge sollen neben Freibad ziehen

Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Thilo Kleibauer sagt: „Angesichts der begrenzten Infrastruktur vor Ort und der schwachen Verkehrsanbindung sehen wir die Pläne für eine Unterkunft in dieser Größe mit einer dreigeschossigen Bauweise kritisch.“ Schon als die Pläne für den Bau bekannt wurden, gründete sich eine Initiative dagegen.

Initiator Oliver Schott sagte im vergangenen Jahr zur MOPO: „Wir glauben, dass wir bereits genug Flüchtlinge in den gelben Häusern aufgenommen haben.“ Dort am Duvenstedter Damm sind etwa 250 Menschen untergebracht. „Im Stadtteilkern leben gerade einmal 1000 bis 2000 Menschen, in ganz Duvenstedt 6000. Auf die kommen bald knapp 600 Flüchtlinge. Das ist zu viel.“

Die Anwohner Henry Kersten (51) und Oliver Schott (53, re) wollen das Flüchtlingsheim verhindern.
Die Anwohner Henry Kersten (51) und Oliver Schott (53, r.) wollen das Flüchtlingsheim verhindern (Archiv).

Wegen der Kritik wurden die Pläne noch einmal überarbeitet, aber die Unterkunft ist nicht kleiner geworden. Zuletzt wurde in der Sitzung des Regionalausschusses Walddörfer im Mai eine aktualisierte Planung mit einer veränderten Erschließung vorgestellt. Als Baubeginn war von der Verwaltung zu dem Zeitpunkt der Oktober anvisiert worden. Doch auf der Fläche tut sich bisher nichts.

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Wie jetzt eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Thilo Kleibauer an den Senat ergab, liegt eine „Einwendung mehrerer Nachbarn gegen die Erteilung einer Baugenehmigung vor“. Daher muss Fördern und Wohnen nun nacharbeiten. Aus der Wandsbeker Verwaltung heißt es dazu: „Es ist zurzeit nicht absehbar, ob es hierdurch zu einer Verschiebung des Baubeginns und damit einhergehend der Inbetriebnahme der Unterkunft kommt.“ Eigentlich sollte die Einrichtung in einem Jahr in Betrieb gehen.

In Hamburg müssen auch in diesem Winter wieder Zelte für Geflüchtete aufgebaut werden, weil die Unterkünfte alle belegt sind. Gleichzeitig verzögert sich eine große geplante Unterkunft in Duvenstedt erneut. Mehrere Nachbarn gehen rechtlich gegen die im Ort umstrittenen Pläne vor. Eigentlich hätten die Flüchtlinge längst eingezogen sein sollen.