Hamburg

Flohmarkt-Kunst: Farbexplosion zum Schnäppchenpreis

Thomas Hirschbiegel hält ein buntes Stadtgemälde in einem voll dekorierten Raum.
MOPO-Chefreporter Thomas Hirschbiegel mit seinem bunten Flohmarkt-Fund.

Das Lieblingsbild des MOPO-Reporters entpuppte sich als ein echter Glücksgriff.

Kunst vom Flohmarkt? Macht es Sinn, hier zwischen ollen Fahrrädern oder abgetragenen Lederjacken ein vielleicht sogar beschädigtes Gemälde zu ergattern? Ja, unbedingt. Ich hab’ so manches Bild aus Galerien bei mir hängen. Doch mein Lieblingsbild stammt von der Flohschanze an der Feldstraße.

Ich erkannte das Motiv sofort: Das berühmte U-Bahn-Viadukt zwischen Landungsbrücken und Baumwall. Das Bild war eine einzige Farbexplosion. Eine Signatur war nicht zu entdecken und das Ölbild war beschädigt, es hatte zwei gar nicht so kleine Löcher am Rand.

Mir war das egal, eher so aus dem Bauch raus kaufte ich das Werk schließlich für immerhin 80 Euro. Gut gekauft!

Bunte Kunst von der Flohschanze

Ich entdeckte nämlich doch noch eine unscheinbare Signatur: C v F. Etwas googeln half: Das Kürzel stand für den Hamburger Karl Hanns Christian „Pit“ von Frihling (1919-2011) – einen  durchaus renommierten und mit Preisen ausgezeichneten Künstler. Er malte zunächst  eher gegenständlich, viele Landschaften und eben Hamburger Stadtansichten. Doch im Alter fand Frühling zur Abstraktion und schuf großformatige farbige Kompositionen.

Die Restaurierung meiner Baumwall-Ansicht kostete mich dann doch mehr, als ich auf dem Flohmarkt für das Bild gezahlt habe. Egal.

Kunst darf nie ein Investment sein. Kaufen Sie ein Werk wirklich nur aus einem Grund: Weil es Ihnen gefällt. Natürlich sollten sie auch noch Platz an der Wand haben und der Preis sollte stimmen. Doch erstaunlich oft gibt es Original-Bilder schon ab 20 Euro. Meist werden aber so 50 bis 100 Euro für gerahmte Werke verlangt. Und bei Restaurationen und Reinigungen kann man verhandeln. Doch unter 100 Euro geht meist nichts.   

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