Finanzkrise in Planten un Blomen – kein Eis, keine Kultur

Japanischer Garten
Ein Ort der Ruhe mitten in der City: der Japanische Garten in Planten un Blomen

Eine vielfältige Grün-Oase mitten in der Stadt. Große Grünflächen, Wasserspiele, Konzerte – vor allem im Sommer ein angenehmer Platz zum Ausruhen, Flanieren und Eisessen. Das soll Planten un Blomen sein. Doch jetzt steht der Park vor zwei Problemen: Zwei Eiscafés haben überraschend das Aus verkündet und das Bezirksamt Mitte ruft nach Finanzierungshilfe.

Eigentlich hat die Saison bereits angefangen, doch die Türen der zwei Eiscafés des Betreibers „Livotto“ sind zu. Zu Beginn der wärmeren Jahreszeiten gibt es vorerst kein Eis, hier bei den Standorten in Planten un Blomen. Die Flächen werden von der Sprinkenhof GmbH verwaltet. Die bestätigt gegenüber der MOPO, dass die Betreiber die Standorte aufgegeben haben. Das Abendblatt berichtete zuerst.

Planten un Blomen: Aus für „Livotto“-Eiscafés

Auf Nachfrage der MOPO beim Betreiber selbst, sagt „Livotto“: „Aufgrund des allseits bekannten Personalmangels in der Gastronomie sowie der Umstrukturierung unseres Unternehmens haben wir uns dazu entschlossen, unsere Kioske in Planten un Blomen zu schließen.“

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Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Nach Olympia-Aus: Was Hamburger jetzt vom Bürgermeister erwarten

  • Block-Sündenbock: Warum der Familienanwalt Costard in den Fokus rückt

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  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche

  • 16 Seiten Sport: Aus für Blessin bei St. Pauli & Jattas emotionale HSV-Reise

  • 28 Seiten Plan7: Konzerte und mehr im Schanzenzelt, Gastro-Comeback & Tipps für jeden Tag

Das Interesse an den Standorten sei groß, erklärt der Sprinkenhof-Sprecher. Nachdem ein öffentliches Interessenbekundungsverfahren im März abgeschlossen wurde, lägen nun „eine Vielzahl vielversprechender Konzepte“ vor. Inzwischen befände sich Sprinkenhof in einem Abstimmungsprozess mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte.

Planten un Blomen – Kürzungen im Kulturprogramm

Die Politik im Bezirk Mitte zieht derweil einen Schlussstrich bei der Finanzierung. Durch die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) bekommt das Bezirksamt jährlich 182.000 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsplanung zur Verfügung gestellt. Diese Summe hat sich allerdings seit 2004 nicht erhöht, trotz gestiegener Kosten.

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Das Bezirksamt Mitte muss deshalb selbst in den Geldbeutel greifen, um Planten un Blomen am Laufen zu halten. „Wir werden das nicht nochmal machen. Das war’s“, erklärt der SPD-Fraktionssprecher für Umwelt, Olcay Aydik, der MOPO. Personal- und Material- und Programmkosten seien gestiegen, die Pflege des Parks aufwendiger geworden. Das Bezirksamt hat dieses Jahr 18.100 Euro hinzugegeben.

Die Wasserlichtkonzerte locken an Sommerabenden Hunderte Zuschauer in den Park Planten un Blomen.
Die Wasserlichtkonzerte locken an Sommerabenden Hunderte Zuschauer in den Park Planten un Blomen.

In den vergangenen Jahren wurden aufgrund der Kostensteigerung immer wieder Kulturprogramme gekürzt. Das Kindertheater wurde 2018 und 2024 in der Anzahl der Vorstellungstage reduziert, Führungen wurden ab 2022 eingeschränkt. Auch die Öffnungszeiten der Töpferstube wurden verkürzt.

SPD-Sprecher: „Wir sind am Ende unserer Mittel“

„Wir wollen, dass alles erhalten bleiben kann. Aber wir sind am Ende unserer Mittel“, bekräftigt Aydik. „Für uns hat Planten un Blomen Priorität, das sollte es für die BUKEA auch haben.“ Bei der Fläche handle es sich um weit mehr als einen Park mit Bedeutung für den Bezirk, sondern um einen wichtigen Ort für die gesamte Stadt und den Tourismus.

In einer Drucksache der Bezirksversammlung bezieht die BUKEA Stellung und sagt, dass die Sicherstellung des kulturellen Programms nachrangige Priorität gegenüber der gärtnerischen Pflege habe.

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In einem gemeinsamen Antrag fordern die SPD-Fraktion, die Grünen-Fraktion und die FDP-Gruppe jetzt, dass die Finanzierung der Programmbestandteile (Wasserorgel, Musikpavillon und Japanisches Teehaus) in Zukunft aus gesamtstädtischen Mitteln mit 170.000 Euro sichergestellt wird.

Auch die BUKEA bekräftigt ihr Interesse daran, mehr Geld für den Park zur Verfügung zu stellen. Sie sagt: „Die grundsätzliche Erhöhung der Unterhaltungsmittel für das öffentliche Grün – und damit auch Planten un Blomen – ist eines der zentralen Ziele der BUKEA bei den anstehenden Haushaltsverhandlungen.“

Eine vielfältige Grün-Oase mitten in der Stadt. Große Grünflächen, Wasserspiele, Konzerte – vor allem im Sommer ein angenehmer Platz zum Ausruhen, Flanieren und Eisessen. Das soll Planten un Blomen sein. Doch jetzt steht der Park vor zwei Problemen: Zwei Eiscafés haben überraschend das Aus verkündet und das Bezirksamt Mitte ruft nach Finanzierungshilfe.