Fake-Kontrolleur 96 Mal angezeigt: Hamburger Influencer bettelt um Geld für Anwälte
Der Influencer „LanglebePapa“ stellte Videos ins Netz, bei denen er als Fake-Lebensmittelkontrolleur diverse Restaurants überprüft. Die Follower lachen, die Justiz fand das gar nicht witzig und leitete Ermittlungen wegen Amtsanmaßung ein. Wegen der Anwaltskosten geht dem Influencer jetzt wohl das Geld aus – und er bittet seine Follower um Hilfe.
Was macht ein Influencer, wenn er in der Klemme steckt? Na klar, er wendet sich an seine Follower. „Ich bin an den Punkt gekommen, an dem es so nicht mehr weitergehen kann“, sagt „LanglebePapa“ in einem Instagram-Video, das er am Donnerstag postete. Zuerst berichtete „t-online“.
Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen „LanglebePapa“
Der Influencer richtete eine Spendenseite mit dem Ziel von 26.000 Euro ein. Am Freitagnachmittag sind dort bereits mehr als 25.000 Euro zusammengekommen. Die Mitleidsmasche scheint zu funktionieren: In dem Bettel-Video werden Bilder von diversen Anzeigen gezeigt und ein angebliches Telefonat mit seinem Anwalt gezeigt, der sich über die mehr als 96 Anzeigen beklagt. „Können Sie sich vorstellen, was ich abrechnen muss, wenn ich das alles bearbeiten soll?“, ist eine Stimme zu hören: „Es reicht. Bleiben Sie bei Ihrem Verstand und beenden Sie dieses Socialmedia-Gedöns. Entscheiden Sie sich für Ihre Karriere oder für Ihre Freiheit“.

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Das Problem sei, dass er mit seinen Videos oft strafrechtlich in Erscheinung tritt. Sein Verhalten deswegen zu ändern, kommt anscheinend nicht infrage: Im Juni 2025 wurde die Wohnung des 33-Jährigen bereits von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Es wird in mindestens fünf Fällen gegen ihn ermittelt, unter anderem, weil er sich als Lebensmittelkontrolleur ausgegeben hatte.
„LanglebePapa“ stand außerdem in der Kritik, weil er sich in seinen Videos auch über die Restaurant- und Imbiss-Betreiber lustig macht, die oftmals nur gebrochen Deutsch sprechen, und Menschen so mit seinem Content bloßstellt.
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Eine sechsstellige Summe sei durch Strafen und Anwaltskosten inzwischen zusammengekommen, klagt „LanglebePapa“. Den Großteil hätte er selbst aufgebracht. Mit seinen Videos verdient er nach eigenen Angaben kein Geld, da er kaum Werbepartner findet. Deswegen bittet er jetzt seine 344.000 Instagram-Follower um Spenden: „Ob und wie es weitergeht, entscheidet ihr.“
Die Reaktionen auf den Aufruf sind gespalten. Einige spenden: „Du bist der Beste. Ich feier deinen Content. Bleib am Ball.” Andere haben kein Verständnis: „Sich zuerst aufführen, wie der letzte Mensch und dann betteln gehen. Genau mein Humor.”
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