Exklusiv: Weniger Autos, mehr Fahrgäste im HVV – ist das jetzt die Verkehrswende?
Mehr Fahrgäste im HVV: Seit der Einführung des Deutschlandtickets im vergangenen Frühjahr nutzen die Hamburger wieder deutlich häufiger den öffentlichen Nahverkehr. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die der MOPO exklusiv vorliegen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der zugelassenen Privatwagen und immer mehr Hamburger schwingen sich aufs Fahrrad. Heißt das, mit der versprochenen Verkehrswende geht es jetzt endlich voran?
Werktags nutzten im Mai 2024 durchschnittlich rund 2.719.000 Menschen die U- und S-Bahnen sowie die Busse der Hamburger Verkehrsunternehmen – im Vorjahr (Mai 23) waren es noch 2.501.000 Fahrgäste. Eine Steigerung von rund 8,7 Prozent innerhalb eines Jahres.
Weniger private Autos in Hamburg
Gleichzeitig geht die Zahl der zugelassenen Privatautos laut Verkehrsbehörde zurück. Im Vergleich zum Höchststand von vor drei Jahren aus dem dritten Quartal 2021 (660.371), liegen die Zahlen im zweiten Quartal 2024 bisher bei 650.770. Ein Rückgang von rund 9600 zugelassenen Privatfahrzeugen. Hierzu muss man allerdings auch erwähnen, dass es durchaus saisonale Schwankungen gibt und ein exaktere Vergleichbarkeit wohl erst im dritten Quartal 2024 möglich sein wird.
Bei den gesamten Pkw-Zulassungen (privat +gewerblich) wurde ebenfalls im dritten Quartal 2021 der Höchststand mit insgesamt 816.005 zugelassenen Fahrzeugen erreicht. Der aktuelle Wert liegt bei 812.710 Pkw (650.770 privat + 160.118 gewerblich + 1822 Fahrzeuge der Stadt).
Weniger Pkw-Verkehr, mehr Radfahrer
„Unabhängig davon lässt sich aus dem Autobesitz weit weniger ein Trend ableiten als aus der tatsächlichen Nutzung des Autos im Alltag”, sagt Dennis Krämer, Sprecher der Verkehrsbehörde. Die Messungen an den städtischen Zählstellen würden zeigen, dass der Pkw-Verkehr das Vor-Corona-Niveau bis heute nicht wieder erreicht habe.
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Seit 2019 sei er auf Hamburgs Stadtstraßen um 9 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sei der Radverkehr seit 2019 um rund 30 Prozent gestiegen. „Das ist vor dem Hintergrund des veränderten Mobilitätsverhaltens (Homeoffice etc.) der Bürgerinnen und Bürger hervorzuheben. Diese Entwicklungen zeigen deutlich, dass die Mobilitätswende auf Kurs ist und weiter voranschreitet”, resümiert Krämer.