Exklusiv: Hamburgs Schatzkammer soll gerettet werden – doch ein Problem bleibt

HMV
In der Hanseatischen Materialverwaltung gibt es allerlei Requisiten und Möbel.

Von der kleinen Lampe bis zum großen Schiff fürs Bühnenbild: Im Fundus der Hanseatischen Materialverwaltung (HMV) im Oberhafen gibt es an jeder Ecke neue Schätze zu entdecken. Doch Anfang des Jahres wurde bekannt, dass eine aufwendige Sanierung des Gebäudes an der Stockmeyerstraße die HVM in Existenznot bringt. Wie die MOPO exklusiv erfuhr, steigt jetzt die Hoffnung auf Rettung.

Bis zu 650.000 Euro wollen die Fraktionen von Grünen und SPD aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2030” für die Hanseatische Materialverwaltung bereitstellen. Das Geld soll laut des rot-grünen Antrags dem gemeinnützigen Kultur-Fundus für „mieterseitige Umbaumaßnahmen” zur Verfügung gestellt werden.

Kulturschatz Hanseatische Materialverwaltung

„Das rettet unser Projekt“, freut sich Jens Gottschau von der Hanseatischen Materialverwaltung. „Wir haben fast drei Jahre für Unterstützung geworben und immer wieder dachte ich, wir müssen aufgeben.“ Der Fundus sammelt Requisiten von Theatern oder Filmproduktionen, die dort nicht mehr benötigt werden und verleiht oder verkauft sie günstig an kulturelle Projekte wie Schultheater.

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Skurrile Figuren und große Schiffe finden sich auch in dem Fundus der HMV.

„Hier wird dafür gesorgt, dass Kulissen und Requisiten nicht nach einmaliger Nutzung vernichtet, sondern nachhaltig weitergenutzt und geteilt werden“, sagt René Gögge, Kulturexperte der Grünen. Zudem sei der Ort zu einem „wichtigen soziokulturellen Treffpunkt geworden, der mit seinem Flair und auch mit seinem gastronomischen Angebot viele junge Leute und Familien anlockt”.

Die HMV habe ihre Tätigkeiten in den letzten Jahren mit Unterstützung von Bundesförderprogrammen erweitern können, einschließlich der Einführung eines professionellen Online-Fundus und der Errichtung der Außenspielstätte „Sonnendeck“, ergänzt Isabella Vértes-Schütter, Kulturexpertin der SPD.

Erhebliche Mieterhöhung nach Sanierung – Gespräche laufen noch

Aktuell ist ein Teil des Fundus im Kreativort „Jupiter“, dem ehemaligen „Karstadt Sport” in der Mönckebergstraße, untergekommen. Denn schon jetzt saniert die Vermieterin des 1200 Quadratmeter großen Gebäudes, die HafenCity GmbH, unter anderem Dach und die Statik. Im Anschluss könnte die HMV von den Geldern der Stadt das neue Innenleben wie etwa die Anpassung der Lagerräume gestalten. Über den rot-grünen Antrag wird in der kommenden Bürgerschaftssitzung beraten.

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Die Umbau- und Sanierungsarbeiten sind schon in vollem Gang.

Doch ein Problem bleibt: Im Februar sagte eine Fundus-Mitarbeiterin der MOPO: „Leider ist damit (mit der Sanierung, Anm. d. Red.) aber eine erhebliche Mieterhöhung verbunden – im Jahr wären es 100.000 Euro mehr. Und das ist für uns nicht machbar.“ Aktuell ist die HMV guter Hoffnung, dass sich auch hier eine Lösung finden lässt.

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Die Vermieterin zeigt sich offen für weitere Gespräche: „Mietpreise und finanzielle Anteile für die Sanierung werden in Zusammenarbeit mit den Architekten eruiert“, so die HafenCity GmbH auf MOPO-Anfrage. „Wir sind dabei, die ursprüngliche Planung mit den möglichen Einsparmaßnahmen und den spezifischen Anforderungen der Hanseatischen Materialverwaltung abzugleichen.”