Alsterufer 35

Außenansicht der berühmten Villa am Alsterufer 35. Foto: HPC Hamburg Properties Consulting

Das wird jetzt aus diesem Ex-Promi-Club in bester Lage

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Das ehemalige Zuhause des legendären Clubs „Die Insel“ wird wiederbelebt: Ab 2027 soll die schneeweiße Villa in Büroflächen umgewandelt werden.

Jahrzehntelang zählte die Alstervilla (Baujahr: 1913) zu den heißesten Party-Spots Hamburgs: zunächst unter dem Namen „Die Insel“, um die Jahrtausendwende dann als „Wollenberg“. Nun soll die 730-Quadratmeter-Immobilie am Alsterufer 35 zu einem Bürogebäude umgewandelt werden.

Hamburger Unternehmen zieht ein

Die neuen Mieter – die Hamburger Personaldienstleister der Ham-Log-Gruppe – werden dort ab 2027 ihren städtischen Firmensitz einrichten, wie aus einer Pressemitteilung von HPC Hamburg Properties Consulting hervorgeht. Das Gebäude soll im Inneren modernisiert werden, der „prägende architektonische Charakter des Hauses“ jedoch erhalten bleiben.

Eine zeitgemäße Innenstruktur werde das historische Äußere der Villa ergänzen, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der Robert Vogel GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, John Patrick Leyba. Der Immobiliengesellschaft gehört das Gebäude. Auch die Mieter zeigen sich erfreut: „Für uns war die Alster seit jeher der Wunschstandort für unseren Hamburger Firmensitz.“

Villa hat eine bunte Geschichte

Die Geschichte der Villa ist bewegt. Veranstalter und Inhaber wechselten fast so häufig wie die prominenten Gäste der „Insel“. Zeitweise prägten unter anderem der Hamburger Industrielle John Fontenay, die Partykönige Ramon Preuss und Michael Ammer, Unternehmer Robert Vogel sowie Koch Michael Wollenberg das Geschehen. Nun reiht sich Ham-Log in diese Historie ein.

Party im Jahr 2003: Inhaber Michael Wollenberg hatte den Club bereits 1998 in „Wollenberg“ umbenannt. Hamburger Morgenpost/ Volker Schimkus
Wollenberg
Party im Jahr 2003: Inhaber Michael Wollenberg hatte den Club bereits 1998 in „Wollenberg“ umbenannt.

Ihre erste Nutzung erlebte die Villa 1948 als gediegener Künstlertreff, in dem Lesungen und Vorträge stattfanden. In den 60er-Jahren hielt dann das Partyfieber Einzug: „Die Insel“ öffnete ihre Türen. Beflügelt von der Disco-Renaissance in Hamburg und dem Aufschwung durch die Beatles entwickelte sich der Club zu einem der angesagtesten Hotspots der Stadt.

„Die Insel“: gleichzeitig Party und Geschäft

Über die Jahre zählten zahlreiche Prominente zu den Gästen, darunter Romy Schneider, Michael Keaton, Sting und Jennifer Lopez. Der frühere Hamburger Innensenator und Skandalpolitiker Ronald Schill bezeichnete den Club sogar als sein „Wohnzimmer“. Dass die überwiegend männlichen Mitglieder dort mit jungen Frauen feierten, die mit kostenlosen Getränken gelockt und abfällig als „Hühner“ bezeichnet wurden, galt bei den Veranstaltungen lange als Normalität.

Während der „Insel“-Jahre dienten die ausgelassenen Feiern in der Alstervilla auch als Bühne für Geschäftsdeals und inoffizielle Treffen von Journalisten und politischen Entscheidungsträgern. Der damalige Innensenator Schill sprach in diesem Zusammenhang von einer „Bürgersprechstunde“.

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Das Kapitel endete erst nach vielen Jahrzehnten, als Michael Wollenberg sich 2003 aus dem Geschäft zurückzog. Offiziell geschlossen wurde der Club 2010, doch der frühere Glanz hatte da bereits nachgelassen. Nachdem das Gebäude viele Jahre leerstand, bleibt nun abzuwarten, wie sich die neuen Büros in die wilde Vergangenheit der Villa einfügen werden.

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